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Forscher des Anatomischen Instituts der Universität Zürich konnten die Todesursache Ötzis mittels Computertomografie beweisen.
Modernste Röntgentechnik bringt heute an den Tag, woran Ötzi vor 5300 Jahren starb: an einer Verletzung einer Unterschlüsselbeinarterie an der linken Schulter.
Dies ergaben Untersuchungen mittels Mehrschichten-Computertomografie (CT), an denen auch der Schweizer Mediziner Frank Rühli vom Anatomischen Institut der Universität Zürich beteiligt ist.
Die Arterie war von einem Pfeil verletzt worden, dessen Spitze schon früher im Brustraum der Mumie entdeckt worden war. Die CT-Bildanalyse zeigte ausserdem ein grosses Hämatom (Bluterguss) in den umliegenden Geweben.
Der Einbezug historischer und moderner Daten zur Überlebenswahrscheinlichkeit nach einer so schwerwiegenden Verletzung liessen den eindeutigen Schluss zu, dass der Mann aus dem Eis an dieser Verletzung innert kurzer Zeit gestorben sei, erklärt Rühli.
"Ein solch klarer Nachweis einer tödlichen Gefässverletzung an einem Körper aus dieser Zeit ist einmalig und hat im vorliegenden Fall zur Klärung dieses aussergewöhnlichen Todesfalles beigetragen."
Der ausserordentlich gute Zustand der Mumie sowie die gefundenen Kleider und Taschen ermöglichten einen "Schnappschuss" des Alltagslebens vor 5000 Jahren, so Rühli gegenüber swissinfo.
Die Erkenntnisse der Expertenteams um Rühli sind im Journal of Archaeological Science online erschienen und werden auch in der Titelgeschichte der Juli-Ausgabe des Magazins National Geographic vorgestellt.
Damit ist der "Kriminalfall Ötzi" aber noch lange nicht abgeschlossen. Zurzeit werden laut Rühli die nun besser erklärbaren Todesumstände sowie der Fundsituation des Mannes aus dem Eis genauer untersucht und die Resultate in Kürze ebenfalls veröffentlicht.
Die nicht-invasive CT-Untersuchung ermögliche die Diagnose der Todesursache ohne eine Autopsie (Körperöffnung), welche die gefrorene Mumie zerstört hätte, wie Frank Rühli weiter sagte.
Die so genannte Multislice-Computertomografie der Gletschermumie wurde 2005 in der Radiologischen Abteilung des Zentralkrankenhauses Bozen vorgenommen.
Beteiligt an der Untersuchung sind neben Rühli Eduard Egarter Vigl vom Südtiroler Archäologiemuseum Bozen sowie Patrizia Pernter und Paul Gostner vom Zentralkrankenhaus Bozen.
Der Eismann ist eine einmalig gut erhaltene spätneolithische Gletschermumie, die im Jahre 1991 im Südtirol auf gut 3200 Metern von Wanderern gefunden wurde. Der Fund war nur möglich geworden, weil das Eis des Similaungletschers abschmolz und den Toten freigegeben hatte.
Die auf den Namen Ötzi getaufte Mumie erregt bis heute grosses Interesse nicht nur bei Wissenschaftern, sondern auch in der Öffentlichkeit.
Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen wurden an ihm durchgeführt, da menschliche Körper das beste Archiv zum Studium von Lebensbedingungen der Vorzeit aber auch zur evolutionären Entwicklung von heutigen Krankheiten sind.
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