Es werde heute viel geforscht, bestätigte Angeline Fankhauser in ihrem Referat "Was muss in Zukunft für Seniorinnen und Senioren getan werden?". Doch fehle es an der Umsetzung der Resultate. Die demographische Entwicklung werde als grosse Herausforderung dargestellt. Die Senioren sind mit 20 bis 24 % der Bevölkerung ein wichtiger ökonomischer Faktor: sie stabilisieren die Wirtschaft.
Der Fortschritt mit den neuen Technologien darf nicht gleichzeitig Ausgrenzungen verursachen. Seniorinnen und Senioren wollen sich beteiligen. Lernen sei eine ständige Aufgabe, wichtig für alle, die sich nicht von der Gesellschaft zu verabschieden wünschen. Den Zugang zu neuen Technologien zu schaffen, sei ein Auftrag an unsere Gesellschaft.
Internetzugang für Alle
Noch gebe es im Bereich des Internets Barrieren durch geringe finanzielle Ressourcen und fehlendes Wissen für die Anwendungen, erklärt Fankhauser. Zur Zeit plant nur der Kanton Waadt eine kostenlose Internet-Ausstattung für alle. In den Ergänzungsleistungen wird bis heute nur der Telefonanschluss, nicht aber der Internetzugang berücksichtigt. Als Hemmnis für die Anschaffung wirkt für viele Menschen die kurze Lebensdauer der Geräte.
Senioren wollen lernen, wie sie die Geräte anwenden sollen. Senioren lernen gerne, doch sollten die Kursangebote ihr persönliches Lerntempo berücksichtigen.
Internetanschlüsse in den Zimmern der Alters- und Pflegeheime
Wer über das Internet kommunizieren will, braucht einen eigenen Anschluss im Zimmer - eine Internetecke ist kein Ersatz dafür. In älteren Eigenheimen mit veralteten Leitungen sollten Internetanschlüsse für Senioren verbilligt werden. Der Swisscom-Kundenservice habe es leider verpasst, interessante seniorenfreundliche Angebote zu kreieren, was mit Yellownet ohne weiteres möglich gewesen wäre.
Automaten standardisieren
Vielen Senioren haben Mühe mit dem Gebrauch von Automaten, die von Stadt zu Stadt unterschiedlich zu handhaben sind und die heute viele Dienstleistungen ersetzen, die früher durch Menschen erbracht wurden. Im Umgang mit Automaten wären standardisierte Abläufe eine grosse Erleichterung, wie gleiche Stadtpläne mit eingezeichneten Kirchen und Friedhöfen, standardisierte Homepages der öffentlichen Hand, gleiche Bedienung der Billetautomaten. Wichtig sind auch gut lesbare Anleitungen, und nach dem Antippen sollte etwas mehr Zeit zurVerfügung stehen, um den Text zu lesen (bei den Telefonautomaten).
Gleiches Recht auf Informationen für alle
Solange das Internet für alle nicht gewährleistet ist, werden Internetnutzer im Service Public vom e-Government bevorzugt - wer Unterlagen per Post bestellt, muss die infos bezahlen.
Öffentlicher Verkehr
Noch viel zu tun gibt es im Bereich des öffentlichen Verkehrs mit Verbesserungen bei den Billetautomaten, bei Türbedienungen, mit einer Sturzprophylaxe, die brüske
Bremsmanöver und das sichere Sitzen in Tram und Bus miteinschliesst. Kampagnen zur Sicherheit sollen flächendeckend durchgeführt werden. Um Resultate zu erreichen, will sich die VASOS mit den zuständigen Behindertenorganisationen zusammenschliessen.
Angeline Fankhauser fordert die Seniorinnen und Senioren auf, sich nicht vorzeitig "ausrangieren" zu lassen und nicht zu bescheiden aufzutreten. Politiker auf allen Ebenen sollen nun den vielen Studien auch Taten folgen zu lassen: Das Gebot der Chancengleichheit müsse nachhaltig umgesetzt werden. Der Anbieter sollte sich im eigenen Interesse um die Anliegen der Seniorinnen und Senioren kümmern. Barrieren für die Nutzung der Selbstbedienungstechnologien müssen überwunden werden.
VASOS Vereinigung aktiver Senioren- und Selbsthilfe-Organisationen der Schweiz
Siehe auch "Die Tücken der Selbstbedienungstechnologien"
mit der Vorstellung von Resultaten zur Forschungsstudie "Service & Selbständigkeit"
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