Bild: Klimafreundliches Eislaufen in Davos: Mit der Abwärme der offenen Kunsteisbahn wird neu das Hallenbad geheizt. (ch-fo/Gemeinde Davos)
Dieses Projekt in Davos hat Modellcharakter für andere Wintersportorte. Noch bis Ende 2008 können Projekte, die den Ausstoss von CO2 vermindern, bei der Auktion Stiftung Klimarappen eingegeben werden.
Ende des 19. Jahrhunderts wusste in England jeder: "Swiss ice" steht für die schnellste und grösste Eisbahn der Welt, und die befindet sich in Davos. Dort wurden weltweit die meisten Rekorde gefahren. Obwohl der Glanz alter Tage heute etwas verblasst ist, bieten die Davoser Eisbahnen den Liebhabern schneller Kufen immer noch gute Gelegenheit, das ganze Jahr über unter freiem Himmel die klare Alpenluft zu geniessen und dabei übers Eis zu gleiten. Seit die Erfindung der Kältemaschine den Bau von Kunsteisbahnen möglich machte, kann man sich auch an warmen Sommertagen beim Eislaufen vergnügen.
Abwärme statt Heizöl
In den Zeiten von Klimawandel und teurer Energie kommen Kunsteisbahnen wegen des steigenden Energieverbrauchs im Sommer aber zunehmend unter Druck. Die Gemeinde Davos hat neue Lösungen gesucht und gefunden: In Zukunft wird die von den Kälteerzeugungsmaschinen der Davoser Kunsteisbahnen produzierte Abwärme aufbereitet. Mit zwei Enthitzern und einer Wärmepumpe wird die Abwärme aufbereitet und über eine Fernwärmeleitung ins Hallenbad Davos geleitet. "So können die einen auf dem Eis laufen und die anderen in der von den Kältemaschinen produzierten Abwärme baden", erklärt Gian Paul Calonder, der Umweltverantwortliche der Gemeinde Davos. Mit der Nutzung der Abwärmeenergie können 130 000 Liter Heizöl pro Jahr eingespart werden.
Investition ins Klima
Calonder freut sich, dass das Projekt trotz der angespannten Finanzsituation der Gemeinde realisiert werden kann. Eine Million Franken kostet die Umsetzung. Die Vorgaben der Behörden waren klar: 20 Prozent der Kosten müssen von anderen Stellen übernommen werden. "Wir konnten das Projekt nur realisieren, weil uns die Stiftung Klimarappen unterstützt", sagt Calonder. Die Stiftung Klimarappen kauft ihm das CO2 ab, welches durch das Davoser Wärmeprojekt eingespart wird.
Mit ihren Einnahmen muss die Stiftung Klimarappen die CO2-Emissionen zwischen 2008 und 2012 jährlich um 1,8 Millionen Tonnen CO2 senken – dies fordert die Verpflichtung gegenüber dem Bund. Jedes Jahr werden rund 100 Millionen Franken in Klimaschutzprojekte im In- und Ausland investiert. Wer in der Schweiz die Heizung von Öl auf Holz umstellt oder die Abwärme seines Betriebes effizienter nutzen will, kann noch bis Ende 2008 beim Auktionsprogramm ein Projekt einreichen. "Wir unterstützen Projekte, die qualitativ überzeugen und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten", sagt Marco Berg, Geschäftsführer der Stiftung Klimarappen.
(www.ch-forschung.ch)
Auktion Stiftung Klimarappen
Bis Ende 2008 finden vierteljährlich Auktionen statt. Für die nächste Auktionsrunde können Projekte noch bis am 30. April 2008 online eingereicht werden. Projektinitianten bestimmen den Preis pro reduzierte Tonne CO2, die Stiftung Klimarappen ersteigert die CO2-Einsparungen der effizientesten Projekte. Unabhängige Experten überprüfen die Qualität der eingegangenen Vorhaben.
Weitere Informationen: http://www.stiftungklimarappen.ch/
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