Bild oben: Zögerlich öffnet die Strauchpfingstrose Quin Long Wo Mo Chi ihre erste Blüte.
Dieses Jahr hat der kalte April den Pfingstrosen zugesetzt. Sie blühen drei Wochen später als im Vorjahr oder eineinhalb Wochen später als im Jahresdurchschnitt, ausgerechnet in dem Jahr, in welchem der Festtag Pfingsten besonders früh gefeiert wird.
Paeonia tenuifolia, Wildform Early Bird
So gibt es jetzt, anfangs Mai, vor allem blühende Wildarten zu sehen. Sie sind die Frühblüher, die Paeonia mollis und die Paeonia teniufolia, mit ihren kleinen, auch Blutstropfen genannten einfachen Blütenkronen und fächerförmigem Laub. Sie lieben den Wind und gedeihen auch im Steingarten.
Pfingstrosen oder Päonien sind alte Heilpflanzen. Sie wurden in Europa einst in Kloster-, später in Bauerngärten gezüchtet. Der Name Päonien stammt aus der griechischen Mythologie – Päon war Arzt.
Die Hochschule Wädenswil will in ihrem Pfingstrosengarten alle 30 Wildarten und einen guten Querschnitt durch die Züchtungen führen. Züchtungen sind beliebt. Es gibt heute über 1000 Sorten von Pfingstrosen.
Pfingstrose Wildform
Pfingstrosen unterscheiden sich grundsätzlich in Strauch- und Staudenpflanzen. Bei den Sträuchern bleibt das Holz über den Winter stehen, die Stauden ziehen ihre Zweige im Winter ein. Die bei uns gebräuchlichen Bauernpfingstrosen gehören zu den Staudenpflanzen. Die Stauden lassen sich durch Samen oder Stockteilung vermehren und belohnen mit reicher Blüte, wenn man sie im Garten in Ruhe lässt. Pfingstrosen können mehrere Menschengenerationen überleben. Die europäischen Stauden stammen aus Ostasien, Kleinasien, aus dem Kaukasus und aus Russland.
Die Strauchpfingstrosen kommen aus China, wo sie schon vor 3000 Jahren verehrt und gemalt wurden und die künstlerische Geschichte beeinflusst haben. Die Strauchpäonien werden durch Pfropfen vermehrt, eine aufwändige Methode, oft mit geringer Erfolgsquote, welche den hohen Preis rechtfertigt: ein Pfingstrosenstrauch kostet zwischen 80 und 140 Franken.
Strauchpfingstrose Paeonia Rockii-Gruppe Cultivar
Aus China hat Marco Polo auch die staudige Päonie lactiflore heimgebracht, die in Frankreich und in den USA als Grundlage für Züchtungen benutzt wurde. Aus Strauch und Stauden wurden Hybriden gezüchtet. Heute sind über 1000 Sorten von Pfingstrosen auf dem Markt. Einer der bekanntesten Züchter ist der Japaner Toichi Ito, der in den USA lebte.
Gepflanzt werden Pfingstrosen in der Regel im Herbst, heute auch im Frühjahr bis anfangs Sommer. In Töpfen halten sich Pfingstrosen höchstens ein bis zwei Jahre. Später brauchen die Wurzeln brauchen mehr Platz.
Strauchpfingstrose "Isabelle Riviere", Paeonia suffriticosa, eine französische Züchtung
Pfingstrosen blühen nun in immer neuen Formen und Farben von April bis Mitte Juni. Patrick Geiser und Thomas Kimmich führten am 5. Mai durch die Gärten der ZHAW Wädenswil. Sie empfehlen, den Pfingstrosengarten bis Mitte Juni wöchentlich zu besuchen und sich immer wieder von den neuen Blüten überraschen zu lassen. Die Gärten der ZHAW Wädenswil sind rund um die Uhr öffentlich zugänglich.
Monatliche Führungen jeweils am 1. Montag des Monats.
Weiterbildungsangebote der Hochschule
Spezialitätenmarkt am 10. Mai 2008
Bericht aus dem Pfingstrosengarten vom Juni 2007
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