Die Jahre sind ins Land gegangen.
Bei IHR haben viele Hunde Halt gemacht, sind ein Stück des Weges mitgegangen oder wenigstens eine kleine Wegstrecke. Sie hat aber auch viele Gräber auf ihrem Acker. Ihr erster ER ist von einer Bergtour nicht zurückgekommen, es sind schon viele Jahre her. Einige Hunde musste sie begraben.
Alle ihre Hunde waren ihr lieb – aber der allerliebste war KITTY. Sie wurde aus dem Aargau gebracht, hüpfte ihrer SIE vom Arm, drehte schnuppernd eine Runde durchs Haus und war angekommen. Die anderen drei, Benschji, Britta und Filou unterwarfen sich sofort. Hoppla, dachte SIE, seit langem wieder einmal ein Alphahund. KITTY mischte in Windeseile die Bande auf, die ihr bald aus der Pfote frass. Bass erstaunt schaute SIE zu, wie ein so junger Hund derart den Überblick und das Sagen haben konnte.
Bald war Weihnachten. Lassen wir KITTY erzählen:
Mein erstes Weihnachtsfest war ein echtes Hundeerlebnis kann ich Ihnen flüstern.
Eines Tages kam unser ER mit einem Tannenbäumchen an, den man beim Förster abholen musste. Nimm das Allerallerkleinste hatte unsere SIE ihn gebeten. Sie mag nämlich stehende Bäume im Wald lieber als gefällte. Aber für Weihnachten kann sie eine kleine Ausnahme machen.
Und klein war es dann auch, das werdende Weihnachtsbäumchen.
SIE stellte es auf den niedrigen Tisch vor dem Kamin. Kugeln, Glitzer und eine Spitze kamen an den Baum, Kerzen drauf und viele Päckchen darunter.
Ich und die drei anderen, Britta, Benschji und Filou, die wir die Freude und die Wonne unserer SIE sind, wir sassen auf der Steinbank vor dem Kamin, die immer so schön warm ist und in den Fussballen kitzelt. Wir schauten gebannt zu, was dies alles werden sollte.
Irgendwie sah der Baum genau so aus. wie ich mich letzthin gefühlt hatte, als ich aus einem herumstehenden Glas einen Schluck Isotta probiert hatte. windschief und viereckigrund.
Wir schauten auf die Pakete. Jemand Lieber muss auf die geniale Idee gekommen sein, zu den Büchern für SIE und den Werkzeugen für IHN eine Wurst für die Hunde einzupacken. Es roch soooo gut, aus dem untersten Päckchen. SIE beschloss, vor Ladenschluss noch Brot einzukaufen. SIE ging davon und vergass, uns „brav sein“ und „warten“ zuzurufen.
Ich war dafür, die Wurst jetzt sofort auszupacken. Benschji fand, dass dies ein typischer Fall von einerseits/anderseits sei. Er wollte schon, dann aber: Pfoten weg! Sagte ihm sein innerer Hund. Britta mit ihrer Pferdeseele?? Sie ist immer auf der Flucht, wenn es interessant wird., Britta verzog sich auf die Galerie, um von dort die Geschehnisse zu verfolgen und an gar nichts schuld zu sein. Filou stand daneben, um ja nichts zu verpassen.
Ich zog an dem Paket und zog und zog. Der geschmückte Baum schwankte und wackelte bedenklich und wusste nicht auf welche Seite. Immer schiefer stand die gute Sache.
Ich gab nicht auf, ich nicht. Schliesslich hatte SIE des Öfteren gesagt, dass mit mir ein frischer Wind in ihr altes Leben gekommen sei.
Platsch! Platzte die grosse rote Kugel und ging in die ewigen Jagdgründe ein. Eine längliche glitzernde folgte und dann eine kleine durchsichtige. Ich verfing mich in einer Girlande und erschrak jetzt doch. Ich wollte wegrennen, um unter ihrem Bett über diese Sache nachzudenken. Aber nein, der Baum fiel um und auf mich. In diesem Augenblick kam SIE zurück, oh weh ...
Unser Benschji wusch die Pfoten in Unschuld. Hatte er solches nicht vorausgeahnt? Britta schielte durch Geländer der Galerie und bat, ihr noch ein einziges Mal zu verzeihen. Dumme Pute, sie hatte doch nichts geleistet, oder? Filou, wie immer, machte sein Pokergesicht und trübte kein Wässerchen.
Unsere SIE hockte sich an den Kamin und – lachte Tränen. Erleichtert sprang ich auf ihren Schoss und leckte ihr die Tränen weg. SIE ist halt doch die Beste für uns Hunde und versteht einfach alles.
Das meint KITTY, der Klügste, Schönste, Beste ... Sie wissen schon.
Fortsetzung folgt
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