Cq cq cq de HB9BRU - der Code einer Geheimsprache? Nein, absolut nicht. So bespreche ich jeden Tag mehrmals das Mikrophon meiner Kurzwellenstation in der Hoffnung, dass irgend ein anderer Funkfreund auf dem Erdball meinen allgemeinen Anruf hören möge und mir darauf antwortet.
Dabei aber kommt es darauf an, in welche Richtung ich meinen 10-Element-Kurzwellenbeam gerichtet habe. Bevorzuge ich Stationen aus den USA, so stelle ich meine Antennenanlage Richtung Westen, will ich Stationen aus Afrika erreichen, so wähle ich Süden, für Asien ist es Osten. Das Drehen der Antenne geschieht durch einen Rotor, welcher am Mast angebracht ist und von einem Steuergerät neben der Funkstation betrieben wird. Dieses zeigt mir mit dem eingebauten Kompass dann die jweilige Ausrichtung des Kurzwellen-Beams an.
Zwei von über 10'000 eingegangenen QSL-(Bestätigungs)-Karten:
Ein Kontakt mit Kolumbien
Ein Kontakt mit den Falkland Inseln
Um dieses faszinierende Hobby betreiben zu dürfen, ist eine Prüfung beim BAKOM nötig, um die begehrte Lizenz hierfür erhalten zu können. Diese erfordert Kenntnisse in der Radio-und Antennen-Technik sowie die Bewandtheit in den gesetzlichen Vorschriften und erfordert ein gerüttelt Mass Zeit an Vorbereitung.
Im Jahre 1976 habe ich dieses, seit meinen frühen Jugendjahren ersehnte Ziel, endlich erreichen können.
Heutzutage stellen sich viele die Frage, lohnt sich all dieser technische und auch finanzielle Aufwand, um weltweit kommunizieren zu können? Sind diese Kontakte nicht auch via Skype oder die vielen Chat-Möglichkeiten ebenfalls zu erreichen? Sicher, die vielen heutigen Kommunikationstechniken sind eine grosse Konkurrenz für den Amateurfunk weltweit. Aber sie alle können die Faszination und das Kribbeln nicht ersetzen, welches verspürt wird, wenn ich mit meinen eigenen, mir zur Verfügung stehenden Mitteln mit vielleicht nur 5 Watt in Telegraphie (Morsen) eine seltene Station auf irgend einer kleinen Insel auf einem der Weltmeere erreichen kann ohne hierfür Computer und Internet beanspruchen zu müssen. Von der Möglichkeit eines Einsatzes in Notsituationen, wenn die Stromversorgung einmal aussetzen sollte, ganz zu schweigen. Dann werden wir unsere Stationen mit Energie aus einer Autobatterie versorgen und auf diese Weise die Kommunikation aufrecht erhalten.
Neben Sprechfunk (Phonie) sind, wie eben oben erwähnt, auch Telegraphie, RTTY (Radio-Tele-Typing: Fernschreiben) oder SSTV (Slow.Scan-Television: Langsam-Zeilen-Fernshen) möglich. So kann sich jeder Funkamateur seine von ihm bevorzugte Betriebsart selbst auswählen.
Hierfür stehen uns weltweit ganz bestimmte Frequenzen auf Kurzwelle oder UKW zur Verfügung, welche ausschliesslich für unser Hobby reserviert sind.
So freue ich mich jeden Tag auf neue Kontakte oder pflege solche mit mir vertrauten Stationen wie zum Beispiel Pierre, über 70 Jahre alt, aus Kanada, der jeden Nachmittag mit sehr gutem Signal zu hören ist und trotz seiner Behinderung an den Rollstuhl gefesselt zu sein, unerhört viel Freude und Lebensmut ausstrahlt.
Peter Wirthlin, HB9BRU
Mehr über Amateurfunk:
Amateurfunk: Faszination und Motivation
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Dein Kommentar
Hallo lieber Mike,
ich habe erst heute deinen Kommentar zu meinem Artikel "Amateurfunk. ein Tor zur grossen, weiten Welt" gelesen.
Herzlichen Dank dafür.
Gegenwärtig bin ich auch meist in CW qrv. Vielleicht gibst einmal einen Kontakt auf Kurzelle.
Mit liebem Gruss
Peter, HB9BRU