Kultur

Die Gebüsche (Friedrich von Schlegel)

Die Gebüsche (Friedrich von Schlegel)

Es wehet kühl und leise die Luft durch dunkle Auen, und nur der Himmel lächelt aus tausend hellen Augen.

Friedrich von Schlegel

Die Gebüsche


Es wehet kühl und leise
die Luft durch dunkle Auen,
und nur der Himmel lächelt
aus tausend hellen Augen.
Es regt nur eine Seele
sich in der Meere Brausen
und in den leisen Worten,
die durch die Blätter rauschen.
So tönt in Welle Welle,
wo Geister heimlich trauern:

So folgen Worte Worten,
wo Geister Leben hauchen.
Durch alle Töne tönet
im bunten Erdentraume
ein leiser Ton gezogen
für den, der heimlich lauschet.

Karl Wilhelm Friedrich von Schlegel, geb. 10.3.1772 in Hannover, gest. 12.1.1829 in Dresen, deutscher Kulturphilosoph, Dichter und u.a. Literaturhistoriker, neben seinem Bruder August Wilhelm Schlegel einer der wichtigsten Vertreter der „Jenaer Frühromantik“; setzte sich für eine  Gleichberechtigung der Geschlechter ein.

www.de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Schlegel
www.uni-due.de/einladung/Vorlesungen/poetik/schlegelprog.htm