Das Land war so schön, dass die Leute es Wunderland nannten. Die Königin im Wunderland war die BERNA und sie schaute, dass alles mit rechten Dingen zuging. Das war keine einfache Sache, denn die Bewohner redeten in verschiedenen Sprachen. BERNA verstand es aber so zu regieren, dass alle Genossen Arbeit hatten und genug essen konnten. Genossen hiessen sie darum, weil ihre Vorfahren einen Schwur taten und versprachen einander zu helfen und beizustehen in alle Ewigkeit.
Sie sagten, sie möchten grössere und schönere Häuser. Das gefiel auch BERNA sehr, denn sie mochte es ihren Genossinnen und Genossen gönnen, dass sie grössere Häuser bekamen. Zudem gab es Arbeit, die grösseren Häuser zu bauen. Bald hatte es so viel Arbeit, dass noch Arbeiter aus anderen Ländern helfen mussten und diese brauchten auch wieder Häuser und für die Häuser brauchte es Ziegel und Fenster und Betten und Vorhänge. Darum baute man Fabriken die Maschinen konstruierten, die Ziegel und Betten und Vorhänge machen konnten. Um diese Maschinen zu bedienen brauchte es Hilfskräfte, deshalb kamen Leute von weiter her und waren froh, im Wunderland helfen zu können; dort wo sie eine schöne Wohnung fanden und genug essen konnten.
Weil aber das Land klein war und immer mehr davon für Wohnhäuser, Fabriken und Strassen gebraucht wurde, gab es weniger Matten mit Blumen. Da wählte man Gescheite, schickte sie zu BERNA mit dem Auftrag ihr beizubringen, dass endlich die Matten gedüngt und die Blumen gespritzt werden sollten. Auf diese Weise, so argumentierten die Gewählten, könnten weniger Menschen mehr produzieren, gleichzeitig mehr verdienen und die freiwerdenden Arbeitskräfte könnten beim Haus- und Strassenbau helfen. BERNA antwortete: sie könne doch nicht einfach befehlen, sie sei kein Diktator. „Das musst du auch nicht sein“, sagten sie, „du musst nur mit etwas Geld nachhelfen, weisst du: Kurse und so, und Prämien für gute Kühe und Unterstützung der Forschung in den Versuchsanstalten. Politische Weitsicht musst du anwenden, auf die Gescheitesten hören“.
BERNA hörte und tat! Aber: O-weh! Es wuchsen Berge von Fleisch, von Butter, von Äpfeln, von Kartoffeln; Milch und Wein drohte BERNA’S Stuhl wegzuschwemmen. Zum Glück meldeten sich andere Gescheite, sie redeten von Dummheiten und Dummen und nötigem Strukturwandel. Jedermann leuchtete das ein: Fremde Früchte waren ja billiger als einheimische – skandalös! BERNA wurde zunehmend verunsichert, ja sogar verzweifelt. Ihre Wiesen waren hügelig, klein, mit Bachläufen durchzogen und wo noch guter Platz war, baute man Fabriken, Wohnhäuser, oder machte Kunstrasen und Parkplätze. Luft und Leute wurden dicker, Sauerstoff und Lebensmittel rar. BERNA musste handeln! Sie verkaufte, was vorhanden war: CO2! Und sie hoffte dafür O (Sauerstoff) und Esswaren zu bekommen.
Leider blieb es bei der Hoffnung, denn dort wo Sauerstoff und Essen gemacht wurde hat es nun Strassen, Häuser, Gittermasten und Parkplätze. Sogar CO2 wollte keiner mehr kaufen – es gab zu viel davon! Menschen machten trotzdem immer mehr. Sie begannen es einzufangen, unter der Erde einzusperren, aber es war immer noch da. Esswaren auch – immer noch da! BERNA wollte auf das Wörtchen „noch“ aufmerksam machen und sie fragte: ob Land kaufen im Ausland eine Möglichkeit wäre?
Da lachten alle – noch.
Sehr Treffend