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Waldsterben – ein Wort wird Wirklichkeit

Waldsterben – ein Wort wird Wirklichkeit

(7) Ein schwaches Wort nur, das bei uns längst aus den Schlagzeilen verschwunden ist, doch urplötzlich und unerwartet sind wir hier, im Rocky Mountains National Park, mit dieser Wirklichkeit voller Schrecken konfrontiert.

 

In den Rocky Mountains sterben Wälder Die Wälder in den Rocky Mountains leiden unter Schädlingen Wir haben davon gehört, dass es eine explosionsartige Vermehrung der „pine beatles“ gegeben hat in den Wäldern des Rocky Mountain National Park, einer Käferart, welche die Kiefern vertrocknen lässt, – und einige Schäden haben wir gesehen auf unseren Wanderungen im östlichen Teil. Verdorrte Kiefern, hier und da ganze Baumstände, die abgestorben sind. Doch das Ausmass der Katastrophe sehen wir, als wir über die hohen Pässe auf die Westseite fahren: Riesige Waldflächen tot, alles verdorrt, wohin das Auge blickt. Etwa 80% dieses Waldes sind weg.... die Bäume stehen braun und fallen teils um. Wir sind schockiert, erinnert an all die Warnungen vor Jahrzehnten, unser Wald werde sterben... hier sehen wir es nun, und plötzlich wird klar, was dies bedeutet: Waldsterben. Und plötzlich wird klar, dass der Wald einer unserer Schätze ist, der uns Erholung, Schatten, Geborgenheit bedeutet. Diesen Verlust spüren wir als Trauer, als Schock... auch wir sind bisher durch all die wunderbaren Wälder gereist im Glauben, sie seien ewig.

wanzenried_waldsterben1.jpg Haufenweise totes Holz Und wir reisen weiter, im Bewusstsein, dass wir mit unserem Camper dazu beitragen, dass das Klima sich verändert und die globale Erwärmung Folgen zeitigt. Wir werden informiert, dass die Vermehrung der einheimischen Schädlinge auf Trockenheit, zu warme Winter und Überalterung zurückzuführen sei. Dass das Forstamt nur sehr begrenzt einzugreifen imstande ist – dies wird evident, als wir Meilen um Meilen durch den zerstörten Wald fahren. Auf einem ersten Campground halten wir es nicht aus – inmitten von Riesenhaufen gefällter Bäume zu übernachten, scheint uns zu deprimierend. Wir fahren weiter zum Steamboat Lake, einem idyllischen See.... auch hier zu Hunderten gefällte Bäume, Riesenhaufen von Holz. Aber hier auch so etwas wie ein Wunder, so kommt es uns vor: Kaum je zuvor haben wir Wiesen gesehen von einer solchen Schönheit, viele verschiedene Blumen- und Gräserarten, wie ein Garten. Inmitten dieser neuen Pracht steht unser Camper, die Wiesen sind so etwas wie ein Versprechen, dass die Natur Wunder vollbringen kann!

wanzenried_wiese.jpgAm nächsten Morgen beobachte ich auf einem der noch stehengebliebenen abgestorbenen Bäume eine Rabenversammlung: Etwa zwanzig der schwarzen Vögel sitzen nahe beieinander auf einem Ast und vollführen einen Riesenlärm. Manchmal spricht einer, andere antworten, mehrmals geht plötzlich eine Art Erschauern durch die Vogelschar, sie wippen auf und ab und vereinigen sich zu einer Stimme, die weitherum zu hören ist. Ob sie wohl protestieren, weil ihr Baum nicht mehr ist, ob sie uns Menschen wohl anklagen für diese Zerstörungen? Ob sie wohl trauern um diesen Baum? Ob sie wohl die neue Aussicht kommentieren, die plötzliche Weite ohne die vielen Bäume? Ob sie wohl die vielen Blumen preisen in den Wiesen? Ob sie einen Familienstreit austragen? Oder ob sie ganz Anderes im Sinn haben, Raben-Angelegenheiten, die jenseits meiner Phantasien liegen? Jedenfalls: Raben sind meine Lieblingsvögel: Sie äussern sich laut und vernehmbar!





Weitere Folgen

1. Aufbruch zur grossen Reise: USA und Kanada

2. Mit Fragen die Reise beginnen

3. In den USA angekommen

4. Sequoia Nationalpark: Zwischen Zeit und Ewigkeit

5. Mountains and Music

6. Orte zum Verweilen und Orte fürs Abenteuer

7. Waldsterben – ein Wort wird Wirklichkeit

8. Switzerland of America und Little America

9. Im Land der Shoshone-Bannock

10. Horizonte

11. Strandgut

 

 

 

 

Kommentare

Das Wort Waldsterben ist in der Schweiz nicht verschwunden. Es existiert immer noch. Schaut doch mal Eure Wälder an, wie zum Teil sie trostlos und ungepflegt dahin siechen.Für die Forstingenieure ist unser Wald zu teuer. Warum? Er ist zu teuer. Er wird nur gepflegt, wenn er einen hohen Ertrag abwirft. Ich kenne ein Waldstück das so abgeholzt wurde, dass es eine Schande ist. Aufgeforstet wurde mit Buchen und Eichen, die allesamt krank oder mit Schädlingen befallen sind. Traurig aber war. Aber der Wald steht still und schweigt.Er kann nicht sprechen. Da aber in einer Gross Sägerei keine Harthölzer mehr verarbeitet werden. Die Harthölzer können nicht mehr entrindet werden. Entrindet wird in einer grossen Trommel und verursacht einen grossen Lärm. Deshalb muss das Hartholz exportiert werden zum entrinden und auf sägen.Ein unnötiger Stumpfsinn.Warum nicht Hölzer anpflanzen, die in der Schweiz verarbeitet werden können.Und die jungen Forstwarte, dürfen nichts sagen an sonst sie ihren Arbeitsplatz verlieren. Es gibt einen älteren eidg. dipl.Forstingenieur der diese Mängel aufzeigt, aber leider nicht ernst genommen wird. Die Lobby ist zu gross.Wie heisst es doch in einem schönen Lied: Wer hat dich du schöner Wald, aufgebaut so hoch da oben.Gerne bin ich bereit, auf Fragen Antwort zu geben. mit freundlichen Grüssen Riggisberg

Vielleicht haben sie einen Käfer gesichtet und streiten nun, wer ihn fressen darf.