Umwelt

Wetterkapriolen

Wetterkapriolen

Warum die Schönwetterperiode vom 4. - 7. August mit Sturm, Regen und Überschwemmungen zu Ende ging, aber am 21./22. August, als wieder eine mehrtägige Hitzeperiode (mit den heissesten Tagen des Jahres) ihr Ende fand, gar nichts passierte.
Bild: Meteo Schweiz 

Auf der Website von Meteo Schweiz liest man:

„Nach immerhin vier aufeinanderfolgenden Schönwettertagen in der ersten Augustwoche (4.-7.8.2009), haben sich am Samstag (8.8.2009) auf der Alpennordseite teils heftige gewittrige Regenfälle entladen. In den Gebieten mit Starkniederschlägen kam es regional auch zu Überschwemmungen durch hochwasserführende Bäche, zu Erdrutschen und überfluteten Kellergeschossen. Anbei ein paar Impressionen aus Buchrain. Die Ron - Abfluss aus dem Rotsee - trat nach heftigen Regenfällen zwischen 10:40 und 15:00 über die Ufer und verwandelte die ufernahen Zonen in eine Sumpflandschaft."

Dokumentiert werden diese Unwetter im luzernischen Buchrain mit drei Bildern, aufgenommen von Damian Isenschmid und mit freundlicher Genehmigung von Meteo Schweiz hier publiziert.

 

Wetter Bild 1  Wetter Bild 2  Wetter Bild 3

Das unspektakuläre Ende der nächsten Schönwetterperiode

In der dritten Augustwoche herrschte wieder herrliches, allerdings auch sehr heisses Sommerwetter mit den höchsten Jahrestemperaturen. Das Ende dieser Hitzeperiode wurde auf den 21./22. August angekündigt, die Wetterprognosen waren auch entsprechend: heftige Gewitter, Sturm, Regen. Und dann kam alles anders! Am 21. August, am Freitag, setzte am frühen Morgen plötzlich ein schwacher und kurzer Landregen ein.  In der Nacht auf Samstag wurde es nochmals ein bisschen nass. Das wars dann schon.

Weshalb diese sanfte Übergang von heiss zu kalt?

Meteo Schweiz erklärt diesen absolut unspektakulären Luftmassenwechsel damit, dass erstens die warme Luft ziemlich trocken und stabil war, ausserdem floss die Kaltluft erst in den frühen Morgenstunden, als es ohnehin nicht sehr heiss war, in unser Land, und dies erst noch in tiefen Schichten und langsam. „Die kalte Luft hat sich fast eingeschlichen", sagt Felix Schacher von Meteo Schweiz, "dadurch erfolgte der Luftmassenwechsel sehr langsam, die sonst gefürchteten Energien, welche zu starken Winden führen, konnten sich gar nicht entwickeln." Und das sei, betont Felix Schacher, zunächst überhaupt nicht voraussehbar gewesen, auch nicht in den Computermodellen.

Die Wetterfrösche wurden also, genau wie die Laien, echt überrascht, wie Felix Schacher offen zugibt: „Wir hatten lange Bedenken, dass es sehr heftige Gewitter geben würde (was auch in den Prognosen zum Ausdruck kam), man diskutierte sogar eine grossräumige Unwetterwarnung. Aber aufgrund der Angaben in den Computerberechnungen sahen wir dann, dass möglicherweise die Energien vorzeitig abgebaut würden und es keine Gewitter geben würde. Die  Berechnungen zeigten, dass die Kaltluft „süüferli" einfliessen würde." Wäre die Kaltluft etwas später, also wenn sich die Luft wieder aufgeheizt hätte, eingeflossen, dann hätte das ohne weiteres zu heftigen Gewittern führen können. Hier spielte also, abgesehen von den Schichtungen der Luft, auch der Zeitpunkt eine entscheidende Rolle.

Milde gestimmte Wettergötter

Ob Frühsommer, Hochsommer oder Spätsommer sei hingegen für das Entstehen und die Heftigkeit von Unwettern kaum relevant, erklärt Meteo Schweiz, massgebend sei, wie die Kaltluft einfliesst und auf welche Luftmassen sie stösst. Und je nach dem fällt der Austausch der Luftmassen sehr heftig oder auch völlig sanft aus. Am 21./22. August wählten die Wettergötter die allersanfteste Variante, trotz der enormen Hitze in den vorangegangenen Tagen.

 

Links 

Meteo Schweiz

Bericht über Starkregen 8.8.2009