Schnell muss es gehen, heutzutage auf dem Bauernhof! Zeit- und Arbeitskräftemangel haben der Maschine den Zutritt in den Kuhstall erleichtert. „Die Kühe gehen gerne da hinein“, sagt Toni. So wie er das sagt, muss es seine Wichtigkeit haben. „Und wenn Eine nicht gerne hinein geht, was dann?“ getraut der Besucher zu fragen. „Dann muss sie weg“. Nachfragen wäre jetzt blöd, mindestens Toni würde das so empfinden. Ist doch klar: so eine behindert den Zutritt und das wäre Zeitverlust.
Verluste duldet die Kuhmaschine gar nicht, daran müssen sich alle Kühe halten: Kuhmaschinen-Gesetz! Einmal in der Maschine – gute Kühe sind das freiwillig, 3 – 4 Mal täglich – werden Körpertemperatur, Viertelgemelke und natürlich die „Personalien“ erfasst.
Der Melker, eigentlich schon falsch; er muss gar nicht melken können. Neuerdings ist er Nutritionist mit Zoologiestudium, Veterinärmedizin- und Biologiekenntnissen, dazu Tierpfleger, Maschinist und Computerfachmann. Auf Grund der Angaben im Bildschirm, berechnet er die Tagesrationen von Eiweiss, Stärke, Mineralstoffen, Vitaminen und – je nach Verlangen – Leinsamen, von wegen Omega3 in der Milch!
Die Frage: Wie viel eigentlich von den Kühen verlangt und erwartet werde, ohne dass sie „weg müssen“, drängt sich auf. Von Toni kann die Antwort nicht erwartet werden, er wäre überfordert. Es sind zu viele Fragen! Zwar kennt Toni einige Begehrlichkeiten seiner „Kuhmaschine“: Gleichmässig geformte Euter mit ebensolchen Zitzen in geometrisch genormten Abständen und Stellungen mit genügend stark schliessenden Schliessmuskeln, aber auch nicht zu stark schliessend, sonst dauert der Melkakt zu lange und braucht zu viel Zeit. Und Zeit – das weiss man ja!
Kühe sind Wunder: Sie produzieren Eiweiss aus Raufutter; sie streiken nie, beklagen ihre Situation nicht. Sie schaffen es, organische Substanz in hochwertige Nahrungsmittel zu veredeln – wie wollten wir sonst unseren Eiweissbedarf decken? Selbst der ihnen angelastete CO2-Ausstoss ist nur Vorwegnahme der Verrottungsgase ihres Futteranteils. Ausserdem generieren kultivierte Futterflächen bedeutend mehr Sauerstoff als naturbelassene Grünflächen und ausgerechnet wir, du und ich, wir brauchen Sauerstoff und die Kühe Futter, das sonst verfaulen und in CO2 aufsteigen würde. Toni ist sehr stolz auf seine „Kuhmaschine“ – mit Recht!