Die Gesundheitskosten explodieren, alle sind alarmiert, stellte Anton Schaller, der Präsident des Zürcher Rentnerverbandes, einleitend fest. 55 Milliarden Franken jährlich kostet uns mittlerweile das Gesundheitswesen. Teilt man diese 55 Milliarden Franken mit der Bevölkerungszahl in der Schweiz müsste jeder Bewohnerin, jeder Bewohner in unserem Land jährlich 7330 CHF in die Kassen des Gesundheitswesens einzahlen. Das sind 611 CHF monatlich. Eine vierköpfige Familie müsste so - statistisch betrachtet – monatlich über 2400 CHF bezahlen. Können wir uns überhaupt die Gesundheit noch leisten? ist hier die Frage.
Darin sind sich alle einig: Eine Reform unseres Gesundheitswesens ist dringend notwendig. An Ideen fehlt es nicht. Aber bei der Durchsetzung scheinen sich die verschiedenen Akteure und Interessenvertreter gegenseitig zu blockieren.
Das Zürcher Forum 50plus, eine Initiative des Zürcher Senioren- und Rentner-Verbandes, wollte es wissen und lud Experten als Vertreter von Politik, Medizin, Krankenkassen und Gewerkschaften ein, ihre Standpunkte darzulegen.
Es referierten:
seniorweb stellt die Standpunkte der verschiedenen Akteure in einer Folge von Video-Beiträgen vor. Sie sind eingeladen, sich mit Ihrem eigenen Kommentar (unten) an der Diskussion zu beteiligen.
Wir beginnen mit dem Beitrag von Dr. Thomas Heiniger, Regierungsrat, Gesundheitsdirektor des Kantons Zürich:
Regierungsrat Heiniger spricht sich gegen die Prämienverbilligung aus. Diese seien nichts anderes als staatlich subventionierte Leistungen und schaffe falsche Anreize, da sie nichts zum Kostenbewusstsein beitragen. Dies gelte auch für die vorgesehene Senkung des Franchisen-Rabatts. Damit würden nämlich gerade diejenigen bestraft, die durch Wahl einer höheren Franchise etwas zur Kostensenkung beitragen möchten. Solidarität dürfe nicht das einzige Kriterium sein. Nur Massnahmen, die zur Förderung des Kostenbewusstseins und zu mehr Selbstverantwortung beitragen, führen weiter. Es gelte zudem, die Trennlinie zwischen dem technisch Möglichen und dem medizinisch Notwendigen neu zu definieren. Nur letzteres gehöre in die Grundversicherung. Wer zusätzliche Leistungen verlange, müsse diese auch zusätzlich bezahlen. Die Vorstellung einer Zwei- oder Mehrklassenmedizin ist für Thomas Heiniger "kein Schreckgespenst".
Hören Sie ihn selbst!
Stellungnahmen zur Gesundheitspolitik (2): Podium
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Schwerkrankes Gesundheitswesen