Gesundheit

Stellungnahmen zur Gesundheitspolitik (2): Podium

Stellungnahmen zur Gesundheitspolitik (2): Podium

Können wir uns die Gesundheit noch leisten? Experten diskutierten an der 5. Zürcher Alterskonferenz über den Reformbedarf unseres Gesundheitssystems und schlagen Lösungen vor. Sehen und hören Sie Video-Ausschnitte und diskutieren Sie mit!

Zum Abschluss der 5. Zürcher Alterskonferenz des ZRV diskutierten unter Leitung von Anton Schaller 5 Experten aus 5 verschiedenen Perspektiven. Alle waren sich einig, dass es mit der Kostensteigerung und dem Prämienanstieg nicht so weitergehen kann.

Ruth Humbel, CVP Nationalrätin des Kantons Aargau, stellte bekanntlich in einer Interpellation an den Bundesrat eine höhere Prämienstufe für Ältere (= Seniorenprämien) zur Diskussion. Ausserdem schlägt sie höheren Selbstbehalt und höhere Franchisen mit fester Vertragsdauer vor.

Dr. Thomas Heiniger, Regierungsrat, Gesundheitsdirektor des Kantons Zürich, plädierte für die möglichst flächendeckende Steuerung der medizinischen Versorgung nach ökonomischen Gesichtspunkten zum Zwecke der Kostenkontrolle (Managed Care). Sparmöglichkeiten hätten vor allem die Patienten. Um dieses Potential auszuschöpfen, seien die richtigen Anreize zu schaffen. 

Dr. Daniel Lampart, Chefökonom Schw. Gewerkschaftsbund SGB, ist strikt gegen die Schaffung einer Zweiklassenmedizin. Sein Vorschlag zur Lösung des Kostenproblems sind höhere Prämienverbilligungen für Einkommensschwache  und einkommensabhängige Prämien. 

Prof. Dr. Thomas Lüscher, Kardiologe Universität Zürich, weist auf die enorme  Zunahme medizinischer Leistungen hin, auf die Tendenz, jede Befindlichkeitsstörung als Krankheit zu diagnostizieren, und findet eine Neudefinition der von der Grundversicherung gedeckten Leistungen notwendig.

Albrecht Rychen, VR-Präsident der Visana-Gruppe, fordert von den Patienten mehr Eigenverantwortung. Damit die Prämien der Grundversicherung nicht weiter steigen, müsse sich die Versicherung auf grosse Risiken beschränken ("Grossrisikoversicherung") und die Patienten mit höherem Selbstbehalt und höheren Franchisen an den Kosten beteiligen.

Sehen und hören Sie die Video-Ausschnitte aus dem  Podiumsgespräch und diskutieren Sie mit Ihrem Kommentar unten auf dieser Seite oder im Gesundheitsforum !

Stellungnahmen zur Gesundheitspolitik: 1.



 

Kommentare

Bild des Benutzers Marie-Theres Bitzi

Eine Rechnung für eine Bagatelle von Fr. 329.75 habe ich mit Beanstandung vierschiedener ungerechtfertigt verrechneten Positionen zurückgeschickt. Die Notfallstation hat diese auf Fr. 268.75 reduziert. Strittig blieben ca. Fr. 40.--. Nachdem ich weder von meiner Krankenkasse noch vom Konsumentenschutz die erwartete Unterstützung erhalten hatte, bezahlte ich auch den vorerst zurückbehaltenen Betrag. Aus meiner Sicht ungerechtfertigt verrechnet ca. Fr. 100.--. Meine Milchbüchleinrechnung: 50 Patienten in 24 Stunden = 50 x Fr. 100.-- = Fr. 5000.-- pro 24 Stunden zuviel verrechnet. In 10 Tagen = 10 x Fr. 5000.-- = Fr. 50 000.--; in 30 Tagen = 3 x Fr. 50 000.-- = Fr. 150 000.-- in 30 Tagen ungerechtfertig verrechnet. Wer nimmt sich solcher Sachen an? Hier müsste unbedingt der Hebel angesetzt werden!
Bild des Benutzers erizo

Zweiklassenmedizin ist doch schon längst vorhanden.

Stellungnahmen zur Gesundheitspolitik. Wenn man die Liste der Teilnehmer liest fällt auf das kein einziger von diesen Personen Probleme hat mit den hohen Krankenkassen Prämien.So lange wie keinen einkommensabhängigen Prämien eingeführt werden sollte das Wort..Sozial ..bei der Krankenkasse nicht vorkommen.Sparen kann man bei der Krankenversicherung nur wenn der Leistungs-Katalog total eingeschränkt und obligatorisch nur das notwendigste versichert werden kann, aber nicht bei hunderten verschiedenen Kassen.Es wurde schon geschrieben: Wichtig ist bei den meisten, dass möglichst viele Leistungen erbracht werden können damit alle genügend verdienen können, dabei hilft auch der Staat mit seinem Krankenversicherungs-Gesetz. Die Bedenken über die Klassenmedizin sind nicht nötig, wenn man die Augen offen hält stellt man fest dass die Klassen längst vorhanden sind.
Bild des Benutzers Roberto Binswanger

Selbstbedienungsmentalität auf der ganzen Linie

Dr. Daniel Lampart, Chefökonom Schw. Gewerkschaftsbund SGB, ist strikt gegen die Schaffung einer Zweiklassenmedizin. Sein Vorschlag zur Lösung des Kostenproblems sind höhere Prämienverbilligungen für Einkommensschwache und einkommensabhängige Prämien. Wo liegt denn da das kostensenkende Element? Das ist eine reine Verlagerung der Kosten vom Einzelnen zur Gesellschaft (Steuerzahler). Durch höhere Prämienverbilliogungen haben wir noch keinen einzigen Franken eingespart. Das Problem liegt doch dort: Dass letzten Endes die Leistungserbringer (und nicht die Nachfrager) entscheiden, welche Leistungen zu welchem Preis erbracht werden. Und die Leistungserbringer (Spitäler, Arzte, Apotheken) haben doch alles Interesse, dass möglichst viele Leistungen erbracht werden. Dieser Punkt wurde kaum angesprochen. Wobei ich durchaus anerkenne, dass diese Selbstbedienungsmentalität nicht nur auf Seiten der Leistungserbringer, sondern auf Seiten der Nachfrager von Leistungen (Versicherte) besteht.