Gesellschaft

Fahren im Alter  (1)

Fahren im Alter (1)

Das Psychologische Institut der Universität Zürich führt eine grossangelegte Studie mit dem Fahrsimulator durch. Untersucht wird die Wirkung von regelmässigen Trainings auf die Fahrtauglichkeit von älteren Autofahrerinnen und -fahrern.
 

Wenn ältere Menschen mit dem Auto einen Unfall verursachen, dann kommt immer wieder die Forderung aufs Tapet: Nehmt den Alten das Billet weg! Dabei wird übersehen, dass nicht nur die medizinisch feststellbare und von den Lenkerinnen und Lenker kaum zu beeinflussende Fahrtauglichkeit entscheidend ist, ob und wie lange man Auto fahren kann, sondern auch die sehr wohl beeinflussbaren Faktoren Fahrverhalten und Fahrkönnen.

 

Fahrverhalten

Bild: Stossverkehr meiden - eine gute Taktik! 

Am Anfang steht natürlich die Frage, ob ich im Alter überhaupt noch fahren muss und will. Wohne ich abgelegen in einem Dorf oder in den Bergen, werde ich diese Frage eher bejahen als wenn ich zentral in einer Stadt mit hervorragendem öffentlichem Verkehr lebe, da fällt ein Verzicht schon leichter.

Aber angenommen, ich brauche ein Auto (es macht mich mobiler) oder das Autofahren macht mir Spass, dann kann ich natürlich als Rentner oder Rentnerin durchaus mein Fahrverhalten anpassen. Das heisst zum Beispiel nicht bei Dunkelheit oder schlechten Sichtverhältnissen unterwegs sein, Staus und Stossverkehr ebenso meiden wie schwierige Verkehrssituationen (Innenstädte), generell ausgeglichener (und weniger sportlich) fahren. Dadurch, dass ich mein Fahrverhalten verändere, sozusagen altersgerechter fahre, kann ich manche Risikosituation vermeiden. Und meistens reduziert sich die Zahl der gefahrenen Kilometer im Alter, was das Unfall-Risiko mindert und sich erst noch günstig auf die Versicherungsprämien auswirken kann. 

 

Fahrkönnen

Bild: Mit 75 muss nicht Schluss sein! 

 Dazu kommt noch ein entscheidendes Kriterium: Das fahrerische Können. Auch wenn sich jedermann für einen guten Autofahrer hält -  der heutige hektische Verkehr stellt einem vor andere und grössere Probleme als früher, wo es auf den Strassen noch recht geruhsam zu- und herging. Natürlich lernt man im Laufe der Zeit auch hinzu und adaptiert sich an die veränderten Verhältnisse, aber auf der andern Seite geht, vor allem wenn man die Kilometerleistungen markant reduziert, bis zu einem gewissen Grad auch die Routine verloren.

 Mit Fahrstunden sein fahrerisches Können erhalten oder steigern, wer macht das schon? Aber was für Flugzeug-Piloten ein Muss ist und auch im Militär häufig zur Anwendung kommt, könnte auch für ältere Autofahrerinnen und -fahrer durchaus eine Variante sein: Das Üben am Simulator. Ob und in welchem Umfang regelmässiges Training am Fahrsimulator das fahrerische Können erhalten oder gar steigern kann und ob dadurch ältere Menschen länger (sicher) Auto fahren können, soll in einer grossangelegte Studie des Psychologischen Instituts der Universität Zürich erforscht werden.

 

Wir werden in einem weitern Artikel diese Studie näher vorstellen und sie anschliessend mit weiteren Beiträgen eng begleiten.

Bilder: aboutpixel.de

 

 

 

 

Kommentare

Bild des Benutzers Roberto Binswanger

GA statt Auto

Gusti, das ist natürlich ein sehr gute Variante. Was man durch den Verzicht auf das Auto einspart, kann man locker fürs GA investieren (vielleicht kommt irgendwann das verbilligte 9-Uhr-GA). Aber eben: Es setzt natürlich auch voraus, dass ich an einem Ort mit guter Anbindung an den öffentlichen Verkehr und nicht irgendwo in einem Krachen auf dem Land wohne.
Bild des Benutzers Gusti Blunschi

Fahren im Alter - warum immer mit dem eigenen Auto?

Für mich ist klar: Autofahren muss ich mir nicht mehr antun. Als Rentner habe ich Zeit. Und bin ohne eigenes Auto erst noch mobiler. Das GA möchte ich hingegen nicht missen.
Bild des Benutzers marida

TCS-Weiterbildungskurs

Ich habe vor drei Jahren (mit 71) so einen Kurs absolviert und finde das eine super Idee. Vor allem sagt er viel mehr aus als der medizinische Check. Ich würde mich aber auch gern an einem Simulator versuchen. Marida
Bild des Benutzers Roberto Binswanger

Besten Dank Jupiter, ich werde diesen Punkt (Simulator vesus praktische Weiterbildungskurse) im nächsten Beitrag ansprechen!
Bild des Benutzers jupiter

Es gibt einen Weiterbildungskurs der vom Vehrkerssicherheitsrat empfohlen wird.Durchgeführt wird er vom Ostschweizer Fahrlehrer-Verband. Warscheinlich gibt es auch in anderen Kantonen diese möglichkeit, der Vorteil gegenüber einem Simulator man ist direkt auf der Strasse und der Fahrlehrer kann einem direkt korrigieren. Wenn man Mitglid bem TCS ist werden ein Teil der Kosten zurück erstattet,zuerst gibt es noch 2 Std. Theorie danach wird eine zeit festgelet wann man Fahren kann. Die Fahrzeit beträgt eine Stunde. jupiter
judith