Am Donnerstag bringt Microsoft sein neues Betriebssystem Windows 7 auf den Markt. Von dem Vista-Nachfolger sollen Anwender mit einigen Neuerungen überzeugt werden. Auf geeigneten Geräten verspricht Windows 7 dabei, die Multitouch-Revolution auf dem PC massentauglich zu machen. Für viele Nutzer wird zunächst wichtiger sein, dass sie mit dem neuen System leichter den Überblick über Programme und Ordner behalten können. Windows 7 verspricht auch mehr Energieeffizienz als sein Vorgänger - und das bei einem schonenderen Umgang mit Rechnerressourcen. Auch ein nutzerfreundlicheres Systemverhalten als bei Vista etwa in Sachen Sicherheit soll Windows 7 attraktiv machen.
Berührende Erfahrung
Eine grosse Neuheit im User-Interface ist die direkte Integration von Multitouch in Windows 7. Sie verspricht eine einfache Gestensteuerung am PC, etwa das Vergrössern von Bildern durch Auseinanderziehen mit zwei Fingern oder das Spiel auf einem virtuellen Klavier. Wie sich pressetext im Vorabtest überzeugen konnte, ist das gerade bei mobilen PCs eine vielversprechende Neuerung - denn auch beim Produktiveinsatz ist die Finger-Bedienung oft bequemer, als auf ein Touchpad oder einen anderen Mausersatz angewiesen zu sein.
Freilich muss sich noch zeigen, ob die Multitouch-Steuerung für den Alltagsgebrauch präzise genug ist - wozu erst einmal mehr entsprechende Geräte auf den Markt kommen müssen. "Während diese Funktionalität sicherlich interessant ist, wird der Kostenfaktor entscheidend für die Durchsetzung sein", meint in diesem Zusammenhand IDC-Analystin Eszter Morvay gegenüber pressetext. Sie rechne damit, dass sich Geräte wie Multitouch-Notebooks zunächst in einem gehobenen Preissegment bewegen werden. Der echte Durchbruch dürfte Multitouch erst gelingen, wenn auch günstigere Geräte verfügbar werden.
Mehr Übersicht
Für Nutzer bietet Windows 7 auch die angenehme Neuerung, dass nicht nur beliebige Programme für den Schnellzugriff in der Taskleiste abgelegt werden können. Bereits geöffnete Programme werden dort auch unterlegt, um leichter den Überblick zu behalten. Ausserdem gibt es beim neuen Windows die Möglichkeit, verschiedene Ordner am PC in Bibliotheken zusammenzufassen. Das erleichtert es, beispielsweise Bild- oder Musikordner verschiedener Anwendungen schnell mit nur einem Klick wiederzufinden - selbst, falls diese über mehrere logische oder physische Festplatten verteilt sein sollten.
Ressourcenschonend
Windows 7 verspricht im Vergleich zum Vorgänger in diverser Hinsicht mehr Sparsamkeit. So soll die Wiedergabe von Multimedia-Dateien im Windows Media Player deutlich energieeffizienter ablaufen. Auch der tägliche Betrieb verspricht dank intelligentem Power Management weniger Stromverbrauch, um etwa Notebook-Akkus zu schonen. Bei Leerläufen werden dazu Prozessor- sowie Hintergrundaktivitäten reduziert oder in letzterem Fall teils deaktiviert. Für Notebooks mit Umgebungslicht-Sensor unterstützt Windows 7 ferner eine automatische Anpassung der Bildschirmhelligkeit.
Durch eine automatische Problembehebung etwa bei der Bildschirmdarstellung, im Netzwerk oder beim Drucken will Microsoft ein ungestörteres Arbeiten ermöglichen. Gleichzeitig verspricht Windows 7 im Vergleich zu seinem Vorgänger mehr Performance bei gleicher Hardware. Zwar sind nach Tests der kalifornischen iolo Technologies Zweifel daran aufgekommen, ob Windows 7 wirklich schneller bootet als Vista. Jedenfalls aber ist Windows 7 sparsam genug für Netbooks wie ein Compaq Mini.
Sicher, nicht lästig
Ein sehr unbeliebtes Feature war bei Vista die Benutzerkontenverwaltung (User Account Control, UAC). Viele Heimnutzer hat dieses Sicherheitsfeature durch all zu häufige Warnmeldungen entnervt, sodass sie es einfach deaktiviert haben. Microsoft hat für Windows 7 Besserung gelobt und im pressetext-Vorabtest blieben die Warnungen tatsächlich in einem sinnvollen Rahmen. Ein AV-Experte bestätigt auf Nachfrage von pressetext, dass weniger UAC-Meldungen erscheinen, allerdings habe man noch keine genaue Analyse durchgeführt.
Sollten Nutzer die UAC diesmal tatsächlich akzeptieren, könnte das einen grossen Sicherheitsgewinn bedeuten. Denn grundsätzlich hatten Experten das Feature schon bei Vista als sinnvoll eingestuft und Tests haben seine Wirksamkeit belegt. So hat eine Rootkit-Studie des Magdeburger Labors AV-Test http://av-test.org im April 2008 als Nebeneffekt belegt, dass eine aktive UAC effektiv vor derartigen Infektionen schützen kann.
Meine bisherigen Erfahrungen mit der Beta-Version und dem RC1 von Windows 7 waren sehr gut und haben mich begeistert. Windows 7 besticht einerseits mit neuen Möglichkeiten in der Bedienung der Fenster. Fenster können an den linken oder rechten Rand des Bildschirms gezogen werden und füllen dann die Hälfte des Bildschirms. Wird ein Fenster an den oberen Bildschirmrand gezogen, füllt es den ganzen Bildschirm. Benutzer, die es gewohnt sind, mit mehreren Fenstern zu arbeiten, werden diese neuen Funktionen zu schätzen wissen. Die Sicherheit des neuen Betriebssystems war Microsoft ein grosses Anliegen und es ist nochmals sicherer geworden als Windows Vista. Probleme mit externen Geräten hatte ich bisher keine. Microsoft hat auch hier das Versprechen einer besseren Treiberbehandlung eingelöst.
Windows 7 kann als Update nur bei Windows Vista installiert werden. Wer noch Windows XP installiert hat, muss eine neue Installation oder eine Parallelinstallation vornehmen. Windows 7 und Windows XP können parallel installiert werden. Windows 7 verfügt über ein Partitionierungsprogramm, mit dem bei der Installation eine neue Partition für Windows 7 erstellt werden kann. Wer Windows 7 so installiert verfügt dann über ein Dual-Boot System. Windows XP kann aber auch als virtuelle Maschine auf einem Windows 7 Betriebssystem ausgeführt werden. So können auch Programme, die nur auf Windows XP laufen, in Windows 7 weiter benutzt werden.
Microsoft hat zum ersten Mal einen grossen Beta-Tester Kreis in die Entwicklung des neuen Betriebssystems einbezogen. Fehlermeldungen bei Abstürzen wurden automatisch an Microsoft zurückgemeldet. So hat ein grosser Kreis von Testern an der Verbesserung von Windows 7 mitgeholfen. Microsoft 7 wird beim Erscheinen am Donnerstag, 22. Oktober so ausgereift sein, wie nie ein neues Betriebssystem zuvor.
Wer sich ausführlicher über Windows 7 informieren will findet hier eine Fülle von Informationen und Videos.
Mit dem Windows 7 Upgrade Advisor kann geprüft werden ob beim Update von Windows Vista oder Windows XP auf Windows 7 Probleme bei der Hard- oder Software auftreten.
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Georg Borer
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