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Wie transparent sind Zahnarztrechnungen?

Wie transparent sind Zahnarztrechnungen?

Moderne Zahnarztrechnungen mit den Taxpunkten seien weniger transparent als frühere, meistens manuell ausgefüllte Zahnarztrechnungen, schreibt E.W. aus U. Das stimmt tatsächlich, aber man kann vom Zahnarzt zusätzliche Informationen verlangen.

Eine alte Zahnarztrechnung war recht anschaulich, wie man einem Dokument aus dem Jahre 1965 entnehmen kann: Ein vorgedrucktes Formular, wo der Zahnarzt jeden einzelnen Eingriff und die entsprechenden Kosten von Hand eintragen konnte. Besonders anschaulich das Zahnschema (Unterkiefer/Oberkiefer), wo der Zahnarzt auch wieder von Hand den behandelten Zahn anzeichnen und mit entsprechendem Kommentar versehen konnte.

 

Heutige Zahnarztrechnungen wenig anschaulich 

Das seien sehr wertvolle Informationen, schreibt E.W. zu Recht: „Mit dem Alter fallen Zahnfüllungen aus und sie müssen ersetzt werden. Dabei wäre es für den Patienten sinnvoll zu wissen, wie lange sie gedauert haben bzw. wann und von welchem Zahnarzt sie gemacht wurden. Das ist nicht nachvollziehbar mit den heutigen Zahnarztrechnungen: Man sieht wohl, welche Leistungspositionen verrechnet werden, aber nicht an welchem Zahn. Das möchte ich z.B. in meinem Fall wissen, wenn ich entscheiden muss, ob die Reparatur mit einer neuen Füllung gemacht werden kann (günstige Variante) oder ein Implantat erforderlich ist (teure Variante). Warum können die Zahnärzte heutzutage Rechnungen nicht mehr in ähnlicher Weise ausstellen?"

 

Zusatzinformationen vom Zahnarzt verlangen
Bild: Dr. med. dent. Thomas Bühlmann 

Heutige Rechnungen enthalten kein Zahnschema mehr, dafür das Datum des Eingriffs, dazu den Tarif, die Anzahl Taxpunkte, das Total der Taxpunkte und was ein Taxpunkt kostet. Das allerdings genügt nicht, weil man der Rechnung nicht entnehmen kann, an welchem Zahn was genau gemacht wurde und die Fachausdrücke für Laien nicht unbedingt verständlich sind. Die heutigen Zahnarztrechnungen sind also nicht besonders transparent, aber offenbar waren es die Sozialversicherungen (SUVA, Krankenkassen), welche die vereinheitlichten Rechnungen in dieser Form gewünscht haben.

Allerdings können Patienten Zusatzinformationen verlangen, wie Dr. Thomas Bühlmann, Zahnarzt in Bern und Mitglied der Schweizerischen Zahnärztegesellschaft SSO, erklärt: „SSO-Mitglieder verpflichten sich schon seit einigen Jahren, dem Patienten eine voll detaillierte Rechnung zu unterbreiten. Das heisst in chronologischer Abfolge mindestens was wann und an welchem Zahn gemacht wurde. Die dazugehörigen Fachausdrücke sind dann manchmal etwas verwirrend. Aber da kann auf Anfrage der Zahnarzt sicher Auskunft geben. Jeder Zahn hat übrigens eine eigene Nummer." Im SSO-Merkblatt „Informationen für Patientinnen und Patienten" findet sich zu den Zusatzinformationen folgender Passus:

„Detaillierung
Falls Sie eine detaillierte Rechnung wünschen, informieren Sie Ihren Zahnarzt bitte rechtzeitig." 

 

Eigene Zahngeschichte anlegen 

Wer also genau wissen will, wann was und an welchem Zahn gemacht wurde, kann diese Zusatzinformationen von seinem Zahnarzt einfordern. Und weil dieser in den meisten Fällen ohnehin schon alle Daten im Computer gespeichert hat und die Rechnungen mit EDV erstellt, kann er diese zusätzlichen Informationen praktisch ohne Mehraufwand direkt auf der Rechnung anfügen (wenn möglich in einer für den Patienten verständlichen Sprache).

Empfehlenswert ist, dass man die Zahnarztrechnungen chronologisch in einem Ordner ablegt, damit man sie wieder findet und damit quasi über eine lückenlose Zahngeschichte verfügt. Ein solcher Ordner kann auch durchaus nützlich sein, wenn man einmal seinen Zahnarzt wechselt oder wechseln muss.

 

 Links 

Transparenz beim Zahnarzt (SSO) 

SSO-Merkblatt „Informationen für Patientinnen und Patientinnen"

 

 

 

Kommentare

Bild des Benutzers Gast

Sehr guter und informativer Artikel mit dem guten Tipp, eine eigene Zahngeschichte anzulegen, ABER er ist am falschen Ort platziert - er gehört in www.juniorweb.ch und nicht in www.seniorweb.ch ! ;)