Die Tage werden kürzer. Viele Menschen leiden unter einer saisonal abhängigen Depression, auch Winterblues genannt. Warum?
Die Lichtintensität nimmt in den Herbst- und Wintermonaten markant ab. Der Mangel an Tageslicht löst bei gewissen Personen die saisonalen depressiven Störungen aus. Sobald der Frühling und damit die Sonne wieder da sind, klingen sie ab.
Was kann man tun?
Um das fehlende Licht zu kompensieren, kann eine Lichttherapie helfen, was auch den Zusammenhang zwischen den saisonalen Depressionen und Lichtmangel bestätigt. Deshalb ist es wichtig, dass die Menschen auch im Winter nach draussen gehen, selbst bei schlechtem Wetter. Täglich zwischen 11 und 13 Uhr an der frischen Luft zu spazieren, ist gut gegen Depressionen jeglicher Art. Denn Bewegung ist generell sehr hilfreich, um die Niedergeschlagenheit zu bekämpfen. Eine andere Möglichkeit sind Medikamente, die man bei der saisonal abhängigen Depression von Oktober bis April einnimmt.
Wie unterscheidet sich eine Winterdepression von anderen Depressionen?
Wer im Winter depressiv ist, zeigt in etwa die gleichen Symptome wie jemand, der sonst niedergeschlagen ist. Es handelt sich also um eine Art der Einteilung. Heute werden Depressionen aber nach Schweregrad eingeteilt – leicht, mittel und schwer.
Wie äussert sich eine Depression überhaupt?
Das kommt auch auf den Schweregrad an. Die Kernsymptome sind eine gedrückte Stimmungslage und eine Antriebshemmung. Die weiteren Anzeichen sind sehr vielfältig und können zum Beispiel sein: Schmerzen, Magen-Darm-Probleme, Schlafstörungen, sich schnell am Rand der Belastungsgrenze fühlen, keine Lust nach Sex haben, keinen Appetit sowie keine Freude mehr an seinen Hobbys haben sowie Gedächtnis- oder Konzentrationsstörungen. Oft erzählen Betroffene auch davon, dass sie nichts mehr empfinden, freudlos sind, grübeln oder gegen einen Widerstand leben. Wer spürt, dass seine Stimmungen merklich gedrückter werden, sollte schnell handeln und Hilfe beanspruchen. Denn man kann Depressionen heute sehr gut behandeln.
Schlafstörungen oder Gedächtnisprobleme treten im Alter häufig auf.
Ja, das ist ein Problem. Oft schlucken die Menschen dann Schlaftabletten, die sie abhängig machen. Dabei gäbe es Antidepressiva, die Schlafprobleme lösen würden und nicht abhängig machen. Auch bei Gedächtnisstörungen denkt man bei älteren Menschen eher an Alzheimer als an Depression. Oft handelt es sich dabei aber um eine sogenannte Pseudo-Demenz. Es ist also sehr wichtig, eine korrekte Diagnose zu stellen.
Wie viele Menschen sind von Depressionen betroffen?
Man schätzt, dass jeder Dritte im Verlauf seines Lebens eine Depression erleidet.
Kann man vorbeugen?
Zum Beispiel sich Gutes tun, mit netten Menschen zusammen sein, sich bewegen, sich gesund ernähren, sich eine Massage gönnen. Man soll im Leben Dinge unternehmen, bei denen man Energie tanken kann. Eine Depression ist eine komplexe Erkrankung, die viele Gründe haben kann – biologische, psychologische oder soziale. Meist führt eine Kombination von solchen Ursachen dazu, dass ein Mensch depressiv reagiert. Die genetische Vorbestimmung spielt also genauso eine Rolle wie zum Beispiel die Lebenserfahrungen oder die berufliche Situation.
Was soll man tun, wenn man sich längere Zeit niedergeschlagen fühlt?
Sich nicht schämen, unbedingt den Arzt aufsuchen und die Probleme ansprechen. Allenfalls muss man den Mut haben, eine Abklärung beim Psychiater oder Psychologen zu verlangen. Eine Möglichkeit, um seinen Energiepegel einzuschätzen: Zeichnen Sie auf ein leeres Blatt Papier eine vertikale Skala. Am unteren Ende steht die Zahl Null, am oberen die Nummer 100. 0 Prozent bedeutet, dass die Batterie leer ist, 100 Prozent heisst, dass man frisch und tatendurstig ist. Nun kann man j
eden Tag oder jede Woche auf diese Skala schauen und abschätzen, wie viel Energie man spürt. Gute Werte sind zwischen 80 und 100 Prozent. Sind die Zahlen tiefer, sollte man sich fragen, woran das liegt. Es gilt, Energiekiller, aber auch Tankstellen aufzuspüren, um die Batterie nicht leer werden zu lassen beziehungsweise sie wieder aufzufüllen.
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