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Zurück in der Schweiz: Zurück bei den Fragen

Zurück in der Schweiz: Zurück bei den Fragen

(19) Zu Beginn der Reise habe ich mir viele Fragen gestellt – einige haben sich beantwortet, neue sind aufgetaucht, andere sind nicht mehr wichtig.

Wir sind zurück - ja, und das Ankommen braucht seine Zeit. Dies ist vielleicht so etwas wie eine Antwort: Dinge, Prozesse brauchen ihre Zeit - etwas, das ich natürlich wusste vorher, nun aber in diesen Monaten des Reisens mehr und mehr erleben konnte: Das Wahrnehmen braucht seine Zeit, es braucht Momente des Innehaltens, des nach Aussen Nichtstuns. Ich glaube, ich habe das Betrachten geübt, dieses Schweifenlassen meines Blicks, meiner Ohren, und das zu mir kommen zu lassen, was will. Gar nicht so einfach, bin ich doch aus einem strukturierten Alltag gewohnt, zielgerichtet zu gehen und eben vielleicht auch zielgerichtet zu sehen.
Vielleicht die wichtigste Frage dieser Reise habe ich zu Beginn noch gar nicht gestellt, nicht stellen können, da ich bis zur letzten Minute im Geplanten gelebt habe:
Was passiert mit mir, wenn mein Sein nicht ziel- und zweckgerichtet ist? Wie ist es, absichtslos, vielleicht ziellos, mich dem hinzugeben, was auf mich zukommt? Erlebe ich dann auch Sinnhaftigkeit, erlebe ich Spiel, erlebe ich Chaos? - Die Antworten beginnen sich zu formen: Es ist wunderbar und spannend. Zuerst hiess es Abschied zu nehmen, diese Reise als eine Art Projekt zu definieren, mit Zielen und selbstgegebenen Strukturen. Dann habe ich es einige Zeit sehr genossen, einfach so in den Tag hinein zu sein, mich in der Zeit zu verlieren. Dabei, so glaube ich, entstand eine neue Art zu sehen, zu betrachten. Und eine Offenheit für das, was mir begegnet: Zum Beispiel die Menschen, die Drachen, die Vögel, die Kakteen. Ein Gefühl, intensiv zu leben, in Ehrfurcht vor der Natur, ihren Wundern und ihrem Schöpfer. Sinn finden durch die Sinne - im wahrsten Sinne des Wortes!
Ich bin dankbar hierfür. Ich nehme mir vor, solche Zeiten auch mitzunehmen in mein nun wieder mehr geplantes Leben.... schon wieder ein Plan - kann man zurückkehren ohne Plan? Das wäre im bald beginnenden Jahr 2010
zu erforschen!

 

Weitere Folgen:

1. Aufbruch zur grossen Reise: USA und Kanada

2. Mit Fragen die Reise beginnen

3. In den USA angekommen

4. Sequoia Nationalpark: Zwischen Zeit und Ewigkeit

5. Mountains and Music

6. Orte zum Verweilen und Orte fürs Abenteuer

7. Waldsterben – ein Wort wird Wirklichkeit

8. Switzerland of America und Little America

9. Im Land der Shoshone-Bannock

10. Horizonte

11. Strandgut

12. In den Wind

13. Die friedliche Gemeinschaft pflegen

14. Geteilte Begeisterung

15. El Dia de los muertes

16. Ich mag ihn, er ist verrückt

17. Architektur in der Wüste Arizonas

18. Thanksgiving

 

 

 

Kommentare

Bild des Benutzers Ruth Suter

Zurück in der Schweiz

Es ist erfreulich, wenn Personen ihre Begeisterung und ihre Eindrücke von Reisen in ferne Länder anderen so eindrücklich vermitteln können. Ich wünsche einen guten Neustart in der Schweiz.
Bild des Benutzers rita amalin surber

USA - Kanada

vielen dank für diese eindrücklichen reiseberichte, die bunten bilder, das teilen des erlebten mit uns leserinnen und leser. heiles landen in der alten welt im neuen jahr, liebe wanzenrieders!