Kultur

Februar-Gedicht: Unwandelbar (Ludwig Pfau)

Februar-Gedicht: Unwandelbar (Ludwig Pfau)

O fürchte nicht, wenn dir das Alter Vom Haupte Blüt’ um Blüte bricht, Dass dann ein Blick, ein trüber, kalter, Fall’ auf dein bleiches Angesicht.

Ludwig Pfau

Unwandelbar

O fürchte nicht, wenn dir das Alter
Vom Haupte Blüt’ um Blüte bricht,
Dass dann ein Blick, ein trüber, kalter,
Fall’ auf dein bleiches Angesicht.

Wohl blässer wird der äussre Schimmer,
Doch heller wird der innre Schein;
Drum lieber nur und tiefer immer
Schau ich ins Auge dir hinein.

Da seh ich all die Liebesfülle,
Die reicher wird von Jahr zu Jahr;
Es dringet durch des Alters Hülle
Der Seele Schönheit hell und klar.

Da seh ich nicht die müden Wangen,
Der Jahre Furchen seh ich nicht –
Es ist mir strahlend aufgegangen
Dein innres Engelsangesicht.

 

 

 

Karl Ludwig Pfau, geb. 25.8.1821 in Heilbronn, gest. 12.4.1894 in Stuttgart, deutscher Schriftsteller, Journalist und Revolutionär. Sein Wahlspruch lautete: „Magnis superbus – parvis modestus“ („Stolz gegenüber den Großen – bescheiden gegenüber den Kleinen“)

www.de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Pfau

www.guenther-emig.de/pfau/g4_000.html

 

Kommentare

Bild des Benutzers Sonja Weber

Herzlichen Dank,liebe Laura.Deine Gedichte sind immer etwas ganz Besonderes.E gueti Ziit und bis bald,Kea.