Gesellschaft

Heimpflege statt Pflegeheim

Heimpflege statt Pflegeheim

Viele Anbieter für Heimpflege tummeln sich auf dem Markt.

 

Immer mehr Seniorinnen und Senioren möchten so lange als möglich (wenn möglich bis zum Tode) in ihren eigenen vier Wänden bleiben. Aber immer weniger Angehörige sind bereit, die Pflege zu übernehmen  - an deren Stelle treten Spitex (private und öffentliche) und auch immer mehr Firmen, die einen Pflegeservice anbieten (das kann von einfachen Haushaltsarbeiten und Pflegeverrichtungen bis zur anspruchsvollen Rundumbetreuung gehen).
 

files/Roberto_418009_R_by_Guenter-Havlena_pixelio.de_.jpgVon einfacher Dienstleistung bis zur anspruchsvollen Pflege

Im Alter zuhause leben und dabei Hilfe in Anspruch nehmen: Das beginnt mit einfachen Haushaltsdienstleistungen wie kochen, waschen bügeln, putzen, dazu kommen dann Treuhanddienste, Kontaktpflege. All das bietet zum Beispiel Pro Senectute jetzt schon an. Irgendwann kommen Pflegeleistungen, wie Medikamentenabgabe, Hygiene, Ankleide, spezielle Ernährung) hinzu. Bei beginnender und fortschreitender Demenz nimmt der Anteil an Pflegeleistungen immer mehr zu, die irgendwann eine Rundumbetreuung (24 Stunden) notwendig machen. Wenn es um Pflegeleistungen geht, kann Pro Senectute nicht mehr helfen, es kommen Spitex-Organisationen ins Spiel.
 

Viele Privatanbieter tummeln sich im Markt

Mit wachsender Nachfrage nach diesen Dienstleistungen nimmt logischerweise auch die Anzahl der Anbieter zu. Viele private Firmen bieten diese nicht billigen Dienstleistungen (bis zum 24 Stunden-Service) an. Und da stellt sich eindringlich die Frage nach Seriosität und Qualität, weil jedermann (mit welchem Personal auch immer) diese Dienstleistungen  erbringen kann. Für die Hilfebedürftigen und ihre Angehörigen ist es schlicht unmöglich, sich im Wildwuchs der Anbieter zu recht zu finden.
 

Pro Senectute als Kompetenzzentrum?

Inwieweit könnte hier Pro Senectute Hilfestellung bieten? Das beginnt vielleicht mit einer ausführlichen Checklist, mit einer Liste seriöser Anbieter bis hin zur Zertifizierung (pro-senectute-geprüft). Und endet dann vielleicht in einer Art Kompetenzzentrum oder „Generalunternehmung“ für alle in Frage kommenden Dienstleistungen rund um das Thema „Heimpflege statt Pflegeheim“. Unter die Dienstleistungen fällt auch das computerunterstützte Monitoring – auch hier werden zunehmend neue und bessere Angebote auf den Markt kommen und Hilfsbedürftige und ihre Angehörige bei der Wahl schlicht überfordern.
 

files/PS_CH_WernerSchaerer_02.jpgWerner Schärer, Direktor Pro Senectute Schweiz, hat uns dazu folgende Stellungnahme zugeschickt, die wir integral und unverändert publizieren:
 

„Das Kerngeschäft von Pro Senectute ist die Sozialberatung, d.h. die Beratung von älteren Personen und deren Angehörigen zu Fragen wie länger zuhause wohnen bleiben, finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten, Heimeintritt, Umzug sowie zur Lebensgestaltung im Alter.


Pro Senectute bietet bereits heute umfassende Entlastungsangebote, wie z.B. den Mahlzeitendienst oder den Reinigungsdienst an, dank denen Betroffene länger zuhause leben können. Pro Senectute bietet keine medizinische Pflege an, arbeitet aber in vielen Kantonen eng mit Organisationen wie der Spitex zusammen.
 

Pro Senectute wird sich auch künftig auf diese bereits bestehenden Leistungen konzentrieren. Hierfür sind ein über 90-jähriges Fachwissen und Erfahrung vorhanden. Diese Dienstleistungen unterliegen übrigens auch einer internen Qualitätssicherung.
 

Ein Qualitätslabel für medizinische Pflegeleistungen zu Hause wäre zwar wünschbar, sollte aber von Fachorganisationen aus dem medizinischen Bereich in Kooperation mit den kantonalen Gesundheitsdiensten entwickelt werden.
 

Es ist eine Realität, dass die zunehmende Alterung der Bevölkerung für ganz unterschiedliche Anbieter einen attraktiven Markt bietet. Unsere Sozialarbeiterinnen können aufgrund ihrer Erfahrungen in der ganzen Schweiz Hinweise zur Seriosität der Angebote geben.“

 

Von Pro Senectute Schweiz haben wir noch den Hinweis auf Pflegesearch Schweiz erhalten: Pflegesearch.ch ist eine neue Internetplattform, die Informationen und Angebote rund um das Thema Pflege liefert. Sie wendet sich an Patienten und Angehörige, welche einen Überblick gewinnen wollen über die Pflegelandschaft Schweiz. Der erst im März 2010 gegründeten Organisation gehören u.a. auch die ehemalige Zürcher Stadträtin und Sozialvorsteherin Monika Stocker und  Prof. Dr. François Höpflinger, Soziologe und Altersforscher am  Soziologischen Institut der Universität Zürich an.

 

Links:

http://www.pflegesearch.ch

Curaviva: Engel aus dem Osten - «Seniopairs» in Schweizer Privathaushalten

 

Bilder:

Albrecht E. Arnold – pixelio.de   (Rollstuhl)

Günter Havlena – pixelio.de  (Alter Mann mit Gehhilfe)

Pro Senectute Schweiz