Gesundheit

Viel Bewegung in jungen Jahren ist wichtig

Viel Bewegung in jungen Jahren ist wichtig

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Osteoporose geht uns alle an: Beinahe jede 3. Frau und jeder 7. Mann über 50 Jahren ist davon betroffen. Peter Burckhardt, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie an der Clinique Bois-Cerf und ehemaliger Chefarzt des Centre Hospitalier Universitaire Vaudois (CHUV) in Lausanne erklärt, wie Osteoporose entsteht und wie man ihr vorbeugen kann.
Autor: 
Beatrice Guarisco

 

Welches sind die Ursachen für eine Osteoporose?
Es gibt verschiedene Wege, die Krankheit zu entwickeln. Mögliche Ursachen können sein: genetisch schwache Knochen, eine schlechte Entwicklung der Knochen in der Jugend, meist aufgrund einer Unterernährung oder Magersucht, oder auch körperliche Inaktivität. Im Erwachsenenalter können zum Beispiel ein Östrogen- oder Vitamin-D-Mangel, längerfristige Cortison-Behandlungen, Fehlfunktionen im Magen-Darm-Bereich, wenn Kalzium schlecht absorbiert wird oder Krankheiten wie Diabetes oder Rheumatoide Arthritis zur Zerstörung der Knochenstruktur führen.

Wo setzt eine sinnvolle Prävention an?
Zur Prophylaxe gehört ganz klar eine ausgewogene, gesunde Ernährung. Das gilt für alle Altersstufen. Wichtig ist auch genügend Kalzium, das erhält man am einfachsten mit Milchprodukten. Bei Laktoseintoleranzen gibt es verschiedene gute Nahrungsergänzungsprodukte. In jungen Jahren, vor allem in der Adoleszenz, ist zudem viel körperliche Bewegung äusserst wichtig.

Kann man mit Bewegung Osteoporose denn verhindern?
Nein. Aber man kann das Risiko zu stürzen, und sich damit eine Fraktur zuzuziehen, vermindern. Was im Erwachsenenalter mit Bewegung erreicht werden kann, ist, neben einer Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems, eine verbesserte Koordination und bessere Muskelkraft. Das führt letztlich im Alter zu einer geringeren Sturzgefahr.

Welche Sportarten sind ideal?
Geeignet sind solche, die das Skelett belasten und somit stärken, wie Joggen. Gehen, Schwimmen oder Radfahren haben für die Knochen keinen Effekt.

Wie sieht es mit reinem Krafttraining aus?
Durch körperliche Aktivität, auch mit Krafttraining, kann die Knochendichte im belasteten Skelettanteil erhöht werden. Dazu braucht es ein Training dreimal pro Woche während 20 bis 30 Minuten. Aber wenn man mit dem Training aufhört, ist der Profit sogleich wieder weg. Zudem: Eine schlechte Knochendichte kann man mit Bewegung nicht behandeln.

Ein Östrogen-Mangel kann zu einer Osteoporose führen. Aber: Die Einnahme der Hormone ist nicht unumstritten, oder?
Das stimmt so nicht. Wenn bei einer Frau verfrüht, das heisst, bevor sie 45 Jahre alt ist, die Menopause einsetzt, ist es notwendig, dem Körper die fehlenden Östrogene zuzuführen. Das ist unbestritten. Denn so gibt man dem Körper nur das, was er in dem Alter noch haben sollte. Umstritten ist der Hormonersatz nach der Menopause in normalem Alter, wegen der leicht erhöhten Gefahr des Mamma-Karzinoms.

Ein Vitamin-D-Manko ist weit verbreitet. Der Körper bildet dieses Vitamin mit Hilfe von Sonnenstrahlen. Die Sonne soll man aber meiden. Was raten Sie?
Das stimmt, zum einen soll man die Haut vor einem Zuviel an Sonne schützen und zum anderen ist sie lebensnotwendig. Damit die Haut Vitamin D bilden kann, müssten Arme und Gesicht 20 bis 30 Minuten pro Tag ultraviolettem Licht (UV-B) ausgesetzt sein und zwar ohne Sonnenschutzmittel. Wir sind der Ansicht, dass es eine Sonnenbestrahlung gibt, die man akzeptieren kann. Eine gute Alternative, abgesehen von ausgewogenem und gesundem Essen, sind Supplemente mit Vitamin D.

Was ist Osteoporose?
Osteoporose ist die Verminderung der Knochenmasse und der Knochenstruktur. Die Knochen verlieren dadurch ihre Stabilität und brechen rascher. Bis rund zum 25. Lebensjahr baut der Körper Knochen auf. Dafür zuständig sind die knochenaufbauenden Zellen, die so genannten Osteoblasten. In den Jahren danach halten sich die knochenaufbauenden und die knochenabbauenden Zellen, die Osteoklasten, die Balance. Knochen sind lebendig und erneuern sich mehrmals im Laufe eines Lebens. Dass die Knochendichte mit zunehmendem Alter abnimmt, ist ein natürlicher Prozess. Weitere Informationen rund um Osteoporose sind unter www.svgo.ch (Schweizerische Vereinigung gegen Osteoporose) oder unter www.osteoswiss.ch zu finden.