Kundenberater, die das Geld ihrer Kunden verbrennen, statt zu vermehren, und hohe Bankgebühren bringen viele Sparerinnen und Sparer um ihr sauer verdientes Geld. Geldanlegen selbst in die Hand nehmen, ist die Alternative; gerade im Seniorenalter, wenn man über genügend Zeit verfügt.
Schlechter Service, hohe Gebühren
Kundenberater, welche kaum auf die Bedürfnisse der Kunden und Kundinnen Rücksicht nehmen und vor allem eigene Bankprodukte verkaufen wollen, schlechter Leistungsausweis (Performance) am Jahresende und immer noch viel zu hohe Gebühren (Verwaltungs- und Handelsgebühren), mit denen die übersetzten Boni der „Oberen“ bezahlt werden), das alles ärgert die Anlegerinnen und Anleger zu Recht.
Das Heft selbst in die Hand nehmen
Nimmt man sich die Mühe und ist bereit, etwas Zeit aufzuwenden, dann lohnt es sich, ein Konto bei einer Online-Bank zu öffnen, denn die Gebühren sind hier tief. Zwar verfügen Online-Banken über eine kompetente Hotline, an die man sich bei technischen und auch andern Problemen wenden kann, aber es gibt keine Anlageberatung. Damit wird man sein eigener Berater oder seine eigene Beraterin, was spannend ist. Und man ist selber für seine Erfolge oder Misserfolge verantwortlich.
Wissen aneignen
Man muss natürlich Interesse an der Geldanlage haben und über gewisse Kenntnisse und Informationen verfügen. Meistens sind bei Seniorinnen und Senioren bereits einige Grundkenntnisse vorhanden, haben sie doch während Jahren gespart und - mit Hilfe eines Kundenberaters - ihr Geld angelegt. Man weiss, was Obligationen, Aktien, Fonds, ETF sind, und vielleicht kennt man gar Derivate und strukturierte Produkte (kennt man sie nicht, lässt man besser die Finger davon!), und man hat konkrete Vorstellungen, welche Sparziele man erreichen will und wie viel Risiko man dafür einzugehen bereit ist.
Am Markt sein
Wichtig ist, die Märkte regelmässig zu verfolgen. Dazu muss man nicht stundenlang vor dem Computer sitzen, sondern nur gezielt gewisse Quellen anzapfen. Eine Finanzzeitung (z.B. „Finanz und Wirtschaft“) abonnieren, ist sehr hilfreich, dazu kommen noch Online-Medien wie „cash.ch“ und „finanznachrichten.de“ (auch für Schweizer Anleger eine sehr gute Quelle).
Analysen
Ist man Kunde einer Hausbank - sie braucht man für den Zahlungsverkehr -, bekommt man häufig und vorläufig noch gratis Zugang zu Analysen, also zum hauseigenen Research, was die Anlageentscheide erleichtern kann. Natürlich gibt es eine Unmenge Fachliteratur, vom Basiswissen bis zu sehr anspruchsvollem Spezialwissen, was allerdings für Normalanleger nicht erforderlich ist. Die Online-Banken werden wahrscheinlich in Kürze auch eine (kostenpflichtige) Anlageberatung anbieten.
Anlegerclub auf Seniorweb
Wichtig ist in jedem Fall, sich eine eigene Meinung zu bilden, auch auf den Bauch zu hören, manchmal vor einem Entscheid eine Nacht darüber zu schlafen und die Entscheide nicht im stillen Kämmerlein zu fällen, sondern sich mit andern Anlegern und Anlegerinnen auszutauschen, bringen doch diese eigene Ideen und Informationen ein. Weshalb nicht im Seniorweb eine eigene Gruppe zu bilden, in der man sich regelmässig über das Geschehen an den Finanzmärkten und Geldanlagen austauscht? Wer ergreift die Initiative?
Buchtipp
Genial einfach investieren
Martin Weber
Campus Verlag Frankfurt, 2007
ISBN 978-3-593-38247-0
Links:
Mitarbeit: Almut Papkalla
Titelbild: BirgittH – pixelio.de
Hallo Roberto,
wurde die Idee von der Gründung einer Interessengruppe eigentlich weiter verfolgt? Ich muss nächstens meine 2te Säule aulösen und ein Portefolio mit einer vernünftigen Rendite anlegen. Was ich allerdings gefunden habe (wenn man die Arbeit der Bank überlässt) kann ich mir auch unter's Kopfkissen legen.
Gute Analyse Werkzeuge fand ich unter
oder ein gutes Suchwerkzeug wo man die Variablen wählen kann ist
Wenn man aber von einen auf den anderen Monat ein vernünftiges Portefolio zusammenstellen soll ist mach einer doch überfordert, deshalb wollte ich ernsthaft die Frage stellen ob das wichtige Thema weiter verfolgt wurde, zumal ich ein Neuling bin.
Grüsse Martin
das ist eine gute Idee, es gibt ja von Botti und Schreiber Musterdepots, vielleicht könnte man damit etwas anfangen, oder mit diesen zusammenarbeiten. Auf jeden Fall müsst ein Initiant gefunden werden, der sich schon sehr gut auskennt.
Mambo
Mambo (Friedrich Kühnold)
Herzlichen Dank dir Roberto für diese sehr guten Hinweise und Ratschläge. Man spürt und merkt, dass du eigene Erfahrungen damit gemacht hast. Freundlichen Gruss dir. Albert Hahn
Zuwarten
Ich denke, dass man in der momentanen Finanzplatzsituation eher zuwarten sollte.
Bei einem Gespräch, letzten Herbst 2010 mit meinem Anlageberater der Raiffeisenbank, kamen zu diesem Resultat. Vielleicht hat sich inzwischen die Situation grundlegend geändert, was ich aber nicht glauben mag. Grosse Renditen sind sowieso nicht zu erwarten und auch riskant.
Übrigens Botti ist ein guter Typ, hat sich schon mal am Luzerner-Treff vorgestellt.
RG Luzern-Multimedia-Reisen.