Bildung

Lernen, Wissen, Wissenschaften

Lernen, Wissen, Wissenschaften

Faszination für Lernen und Wissenschaften – haben Sie die noch?

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In der Frühjahrsausgabe der TERTIANUM-Zeitschrift (Nr. 51 / Frühling 2010) hat der Herausgeber Prof. Dr. Helmut Bachmaier eine breite Auswahl an spannenden, inhaltsreichen und doch gut fasslichen Beiträgen von ausgewiesenen Experten zu Themen rund um Bildung und Lernen zusammengestellt. Einen Teil der Aufsätze bilden die Kurzfassungen der Tagung der TERTIANUM-Stiftung vom 29.5.2010 "Bildung und Lernen in der 2. Lebenshälfte". Diese und die entsprechenden Artikel werden demnächst separat vorgestellt.

 

Romantische Wissenschaft
Unerwartete Elemente bei einem rationalen Abenteuer

Ernst Peter Fischer, Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität Konstanz, macht eine überraschende Behauptung: Die Wissenschaften sind in der Lage, die Welt zu romantisieren, und sie tun es immer wieder. In dieser Aussage bezieht er sich auf Novalis: "Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehen, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe, romantisiere ich es."

Dies erklärt Fischer nicht an hochkomplizierten Vorgängen wie der von der Tagespresse stark kommentierten Suche nach der "schwarzen Materie" im Genfer CERN. Nein, er führt uns "hautnah" ganz konkrete Beispiele vor, mit denen wir es tagtäglich zu tun haben: "Das (sichtbare) Fallen eines Steines wird seit Isaak Newton durch die (unsichtbare) Gravitation erklärt, die von Massen ausgeht. Das Bekannte – das Fallen – bekommt sogar die Würde des Unbekannten, denn wie das Schwerefeld der Erde die Gravitationskraft zustande bringt, bleibt der Forschung so verborgen wie am ersten Tag . . ." – und ist also auch heute noch ein Rätsel, die "Würde des Unbekannten"!

files/P6040002_rechts.JPGAusführlicher erläutert Ernst Peter Fischer das Geheimnisvolle der Wissenschaft am Beispiel des Lichts, das, wie wir seit Albert Einstein wissen, "sowohl als Welle als auch als Teilchen in Erscheinung tritt". Einstein hat, wie E. P. Fischer in seinen Ausführungen resümiert, gezeigt, "dass Licht ein Geheimnis bleibt." In ganz offenkundigen wissenschaftlichen Fakten findet der Autor stringente Beispiele für Novalis' anfangs erwähnte Definition des Romantischen.

E. P. Fischer schliesst mit der Bemerkung, dass die Wegbereiter der modernen Wissenschaft seit Sir Francis Bacon, Johannes Kepler und René Descartes durch ihre konkreten Arbeiten etwas für einige Jahrhunderte Sinnvolles geschaffen haben: "nämlich die westliche Wissenschaft, die Europa auf seinem Sonderweg zu dem Wohlstand gebracht hat, den wir gerne geniessen . . " – So erhält "das Gemeine einen hohen Sinn".

 

Abenteuer Lernen auch in der fortgeschrittenen Lebensphase

Fritz Vollenweider, in der Seniorweb-Redaktion verantwortlich für das Ressort Bildung, reflektiert in seinen "Persönlichen Notizen eines Lernenden", was Lernen und die Suche nach Neuem für ihn bedeuten und wie die Neugier sein Leben bestimmt hat. Er zeigt auf, wie sehr Lernen mit dem Erkennen von Veränderungen zu tun hat. Und ist, wer lernfähig ist, auch lernwillig?

Vollenweider schreibt aber auch, was sich mit dem Älterwerden ändert: "Ich muss höllisch aufpassen, dass ich Neuartiges nicht einfach von vornherein verwerfe, sondern erst einmal wahrnehme und zu verstehen versuche." Der Impuls zu lernen ist mit der Wahrnehmung eng verbunden, diese ist das Tor zu unserer Umwelt. – In der Umwelt und durch sie geschieht Lernen. Dazu gehören auch die neuen Formen Interaktives Lernen und E-Learning, an denen Vollenweider erläutert, wie vielfältig Lernen heute ist.

Ein dichter Artikel, der in die Tiefe geht. Über jeden Abschnitt nachzudenken und sich selbst dazu zu befragen, lohnt sich unzweifelhaft!

60 und kein bisschen weise

files/P6040003.JPGBetrachtungen zum Älterwerden lesen wir in Kurt Aeschbachers Kolumne: "60 und kein bisschen weise". Er wird von nun an in jedem Heft der TERTIANUM-Zeitschrift Raum für eine Kolumne erhalten.

Mit viel Humor kommentiert Aeschbacher, wie seine Umwelt ihn wahrnimmt, seit er 60 geworden ist. Er erinnert sich – wie wohl alle aus seiner Generation -, was ihn in seiner Jugend und in den letzten Jahrzehnten geprägt hat. Er spricht aber auch klar aus, was ihn (und viele Gleichaltrige) stört: "Wir, diese Alten von heute, … werden immer noch auf unsere Jahreszahl reduziert und politisch (wie unsere Grosseltern) als Kosten- und Problemfaktor behandelt, obwohl wir schon bald die Mehrheit unserer Bevölkerung ausmachen und den ganzen technischen und ökonomischen Umschwung initiiert oder zumindest mitgetragen haben."

Aeschbacher plädiert mit Engagement für ein aktives Mitmachen und die Übernahme von Verantwortung der älteren Generation. "Wir müssen zeigen, dass schlaffe Haut nicht automatisch schlaffen Geist bedeutet. Dass eine Gesellschaft nur dann funktioniert, wenn die Generationen voneinander lernen, sich gegenseitig respektieren." – Ein gut geschriebener, lesenswerter Artikel!

files/logo_nur_Tertianum.jpgDie TERTIANUM-Zeitschrift erscheint vierteljährlich und kann bestellt werden:
Per Mail: zfp@tertianum.ch   oder per Telefon: 052 762 57 57.