Die Industrie wirft ständig Neuheiten auf den Markt, neun von zehn erweisen sich aber als Flops. Gute Ideen, was die Konsumenten gerne kaufen würden, kommen auch von älteren Menschen. Man müsse sie nur fragen, hiess es am Weltkongress für Alters- und Generationenfragen in St. Gallen.
Es sei zum Heulen, sagte die sonst lebenslustige alte Dame, aber sie komme mit diesem Mobiltelefon einfach nicht zurecht. Zufälligerweise hat sie einen Sohn, dessen Unternehmen Telefonapparate herstellt. Er sagte sich, es könne doch nicht sein, dass man Produkte verkaufe, welche die Kunden zum Heulen bringen. So begann die Erfolgsgeschichte der österreichischen Handy-Marke Emporia. Firmenchef Albert Fellner erklärte am Kongress für Alters- und Generationenfragen in St. Gallen, wie er mit einem Ideenwettbewerb und vielen persönlichen Kontakten herausfand, wie ein Handy für einen älteren Kunden wirklich sein müsste.
Die Produkteentwickler seien meist jung und mit dem PC aufgewachsen, für sie sei die Bedienungslogik des Computers völlig selbstverständlich. Nicht so für viele Leute über 50, 60 oder 70, sie verstehen nicht, auf welchen Prinzipien das Gerät beruht. Die Technik macht ihnen Angst, insbesondere fürchten sie sich vor der Blamage, wenn sie wieder einmal nicht das fertigbringen, was sie eigentlich wollten. Durch den ausgedehnten und systematischen Einbezug der Meinung von älteren Kunden sei die Entwicklung neuer Geräte komplizierter und langwieriger geworden, räumte Fellner ein. Aber der Aufwand habe sich gelohnt, sein relativ kleines Unternehmen könne sich im Konkurrenzkampf mit den Branchengrossen mit den Spezialitäten behaupten.
Fellner liess das Publikum auf einer speziellen Webseite Ideen formulieren und auch die Ideen anderer kommentieren. Daneben führte er Korrespondenzen mit Leuten, die sich nicht im Web äussern mochten.
Graue Häupter gibt es in vielen Schattierungen
Nicht alle älteren Menschen seien gleich, sagte an dem Kongress der Geschäftsführer der Deutschen Seniorenliga, Erhard Hackler. In Deutschland beispielsweise gebe es 30 Millionen Konsumenten über 50 Jahre, die über 700 Milliarden Euro verfügen. Es sei falsch, wenn die Wirtschaft, wie das die Werbebranche tue, die über 50-Jährigen als Einheit betrachte. Die Wünsche und Bedürfnisse der Senioren gehen weit auseinander, manche sind begeistert von neuen technischen Angeboten, andere ziehen sich lieber auf Bewährtes und Bekanntes zurück. Allgemein höre die Industrie zu wenig auf die älteren Konsumenten. Ein vielfältiger Erfahrungsschatz, gewonnen in Jahrzehnten der verschiedensten Berufs- und Privatleben, liesse sich da noch nutzen.
Den Konsumenten die Möglichkeit zu geben, ihre Ideen, Wünsche und Beschwerden zu deponieren, hält auch Frank Piller für eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Produktentwicklung. Der Professor für Technologie und Innovation empfahl, Anbieter und Kunden sollten zusammenarbeiten. Dabei könne ein Ideenwettbewerb den Zugang der Konsumenten zu den Unternehmen erleichtern. Die Industrie sollte die Kundenmeinungen ernst nehmen und den Leuten, die sich mit Ideen melden, auch eine Rückmeldung geben.
Geld für Ideen?
Wenn jemand einen guten Tipp gibt, der zu einem besseren Produkt führt, erwartet er möglicherweise dafür eine fürstliche Belohnung. Das sei nicht unbedingt der Fall, meinten die Experten in der Diskussion, oft genüge schon die Befriedigung, etwas zur Verbesserung beigetragen zu haben. Eine Idee allein ist zudem noch keine verwertbar Erfindung und schon gar kein Produkt. Dennoch forderte Frank Piller, die Unternehmen müssten sich Gedanken machen, wie die Mitwirkung von Aussenstehenden bei der Produktentwicklung fair honoriert werden könne.
Für Telefonbauer Albert Fellner hat sich der Kontakt zu seiner Kundschaft gelohnt, da er von den Erfahrungen profitieren konnte. Seine eigenen Entwickler hätten zum Beispiel immer geglaubt, ältere Benützer eines Handys legten Wert auf einen simplen Zugang zu Notrufnummern aller Art. Es habe sich dann aber gezeigt, dass die älteren Kunden vor allem Ideen zum Design der Geräte einreichten.
Der Weltkongress für Alters- und Generationenfragen fand vom 25. bis 28. August zum sechsten Mal in der Universität St. Gallen statt und vereinigte 400 Experten aus dem In- und Ausland. Er wird durchgeführt von der Stiftung Word Demographic & Ageing Forum, die ihren Sitz in St. Gallen hat.
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zufrieden
Erfolgsgeschichte der österreichischen Handy-Marke Emporia.
Nun ich hoffe das ich nicht wegen unerlaubter Werbung belangt
werde denn ich bin mit den zwei Emporia-Handy in unserer Familie
sehr,sehr zufrieden.
erizo,welcher die Rauchzeichen schlecht lesen kann.