Kultur

Septembergedicht

Septembergedicht

Theodor Fontane: O trübe diese Tage nicht

 

Theodor Fontane:

O trübe diese Tage nicht

 

O trübe diese Tage nicht,
Sie sind der letzte Sonnenschein,
Wie lange, und es lischt das Licht
Und unser Winter bricht herein.


Dies ist die Zeit, wo jeder Tag
Viel Tage gilt in seinem Wert,
Weil man’s nicht mehr erhoffen mag,
dass so die Stunde wiederkehrt.

Die Flut des Lebens ist dahin,
Es ebbt in seinem Stolz und Reiz,
Und sieh, es schleicht in unsern Sinn
ein banger, nie gekannter Geiz;

Ein süsser Geiz, der Stunden zählt
Und jede prüft auf ihren Glanz,
O sorge, dass uns keine fehlt
Und gönn’ uns jede Stunde ganz.

 

Heinrich Theodor Fontane, geb. 30.12.1819 in Neuruppin, gest. 20.9.1898 in Berlin; gilt als bedeutendster deutscher Vertreter des poetischen Realismus.

www.de.wikipedia.org/wiki/Theodor_Fontane
www.fontaneseite.de

Kommentare

Bild des Benutzers Sonja Weber

Septembergedicht

 Herzlichen Dank liebe Laura für das schöne Gedicht. Wann hören wir wieder etwas von Jura? Ich hoffe es geht Euch allen gut und wir sehen uns bald mal wieder. Es liebs Grüessli aus Zürich,Sonja.