Gesellschaft

Was wissen Enkel von ihren Grosseltern?

Was wissen Enkel von ihren Grosseltern?

Eine Ausstellung zum Hören im Berner Museum für Kommunikation.

Bild: MEINE GROSSELTERN – Geschichten zur Erinnerung. Aus der Sammlung des «Erinnerungsbüros» 3. September bis 10. Oktober 2010 © Erinnerungsbüro

„Meine Grosseltern – Geschichten zur Erinnerung“ heisst eine Audio- und Foto-Ausstellung im Berner Museum für  Kommunikation vom 3. Sept. bis 10. Oktober 2010. Es werden Erinnerungen präsentiert von 50 Enkelinnen und Enkeln mit Grosseltern im Emmental, in Petersburg, in Zürich, in Wien oder wo auch immer. In einem meditativen Raum mit Bildern, Video-Ausschnitten und ausgestattet  mit einem iPod kann man eintauchen in weltweite Familiengeschichten.

In seinem Projekt „Meine Grosseltern“ bittet  der Künstler Mats Staub Generationen von Enkelinnen und Enkeln zum Gespräch und sammelt Bilder und Geschichten von deren Grosseltern. Sein „Erinnerungsbüro“ ist von Stadt zu Stadt unterwegs. Dabei  entstehen ein ständig wachsendes Archiv subjektiver Geschichten und eine Sammlung von Fotografien, die die Grosseltern in jungen Jahren zeigen.

Welche Spuren hinterlassen Grosseltern bei ihren Enkeln? Was wissen sie über die Zeit, als ihre Grosseltern jung waren? 1910 verlässt Grossvater Juan nach einem Familienkrach Huttwill und wird Brauereivertreter in Argentinien, 1919 sterben Grosis Mutter und ihre Brüder an der  Spanischen Grippe, 1940 wendet sich ein Grossvater in Sursee an eine katholische Heiratsvermittlung, 1965 hat Grossmama die erste Waschmaschine im Dorf, 1998 kommt ein Grosi nach dem Tod ihres Mannes mit ihrer Jugendliebe zusammen.... So spiegelt sich in diesen Erinnerungen auch das ganze letzte Jahrhundert mit seinen Brüchen und Verwerfungen.

Die Enkelinnen und Enkel erzählen von einer Zeit, die sie nur vom Hörensagen kennen. Nicht um Fakten geht es, sondern um ihre Erinnerungen, ihre Beziehung zu ihrer Herkunft,  ihre machmal zwiespältige Verbundenheit zur Vorläufergeneration, ihr Fragen nach Gemeinsamkeiten mit ihnen und ihr Wundern über ihre Fremdheit.  Unwillkürlich fragen wir uns selbst: Was weiss ich eigentlich von meinen Grosseltern? Von meiner Herkunft? Und welche Erinnerungen werden wir einmal hinterlassen?

Spannend und inspirierend ist es, in diese Erzählungen einzutauchen. Nehmen Sie sich Zeit! Man könnte stundenlang zuhören. Die  Auswahl von Geschichten reicht übrigens für mehrere Besuche.


Museum für Kommunikation

Öffnungszeiten: zusätzlich zu den normalen Öffnunszeiten des Museums für Kommunikation sind "Meine Grosseltern - Geschichten zur Erinnerung" sowie das Café Pavillon am Donnerstag und Freitag bis 20 Uhr geöffnet.

www.erinnerungsbuero.net  Weitere Informationen zu Mats Staub und den Projekten "Erinnerungsbüro" und "Meine Grosseltern - Gescchichten zur Erinnerung".

Zur Ausstellung erschein auch ein Buch  «Meine Grosseltern / My Grandparents» in der Edition Patrick Frey