Über die Ursachen von Depressionen im Alter wird auch in Fachkreisen immer noch diskutiert. Einerseits geht man davon aus, dass Depressionen im Alter durch biologische Ursachen entstehen (zum Beispiel durch den Abfall von Hormonen (Serotonin) im Gehirn). Andererseits können auch Erkrankungen eine Depression zur Folge haben. So ist etwa bekannt, dass es nach einem Schlaganfall häufig zur Entwicklung einer Depression kommt. Umgekehrt kann eine Depression auch ein Vorzeichen für eine andere Erkrankung (wie zum Beispiel Parkinson, MS oder Krebs) sein.
Einschneidende Erlebnisse oder Erfahrungen spielen naturgemäss ebenfalls eine grosse Rolle. Der Verlust des Partners, der Eintritt in den Ruhestand, die Pflege eines Partners oder eine Erkrankung oder der Tod eines sehr nahestehenden Menschen, ein Wohnortswechsel (zum Beispiel Übertritt ins Altersheim) können Depressionen oder depressive Episoden auslösen.
Typische Symptome der Depression wie Niedergeschlagenheit oder Traurigkeit sind bei der Altersdepression eher seltener vorhanden. Stattdessen treten oft verschiedene, zum Teil diffuse und wechselnde körperliche Beschwerden und Schmerzen auf. Diese können vorübergehend sein, je nach dem wie lange die depressive Phase andauert.
Leider werden depressive Episoden im Alter häufig nicht als das wahrgenommen und deshalb auch spät oder gar nicht behandelt. Manchmal verhindern auch die Patienten selber, dass der Hausarzt eine Depression erkennt, weil "man über psychische Probleme nicht redet". Verstopfung, Appetitverlust, Unruhe, Schlafstörungen und Gedächtnisstörungen können frühe Anzeichen einer sich entwickelnden Depression sein.
Suizidgedanken in Folge einer Depression können auch im Alter auftreten und sollten nicht unterschätzt werden. Die Gefahr einer Selbsttötung ist im Alter besonders ernst zu nehmen, da die Suizidrate bei älteren Menschen mit Depressionen deutlich höher ist als bei jüngeren Menschen.
Bei der Behandlung von Depressionen im Alter sollte zunächst nach auslösenden Faktoren (körperliches Leiden, einschneidende Erlebnisse) gesucht und diese wenn möglich behandelt oder angesprochen werden.
Häufig hat bereits die "Benennung" der Krankheit eine therapeutische Funktion, das heisst, dem Betroffenen geht es schon etwas besser, weil er weiss, dass er unter einer Depression leidet. (also nicht Alzheimer oder eine andere Krankheit vorliegt). Fragestellungen wie die Verlustproblematik, körperliche Beschwerden, die Auseinandersetzung mit Alter und Tod, Förderung der verbleibenden Selbständigkeit sowie das Erarbeiten von praktischen Lösungen gehören des Weiteren zum Behandlungsprofil, zum Beispiel in Form einer Psychotherapie.
Die Selbsthilfe hat sich bei Depressionen als Unterstützung und Ergänzung zur Therapie als hilfreich erwiesen. In einer Selbsthilfegruppe treffen sich Betroffene oder Angehörige zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch, zur gemeinsamen Suche nach möglichen Bewältigungsformen, aber auch, um von einer Gruppe Gleichbetroffener getragen zu werden. Die Selbsthilfegruppen fördern neue soziale Kontakte. Zu diesem Zweck wurde EQUILIBRIUM, der Verein zur Bewältigung von Depressionen, 1994 gegründet. Sie finden auf der Internetseite des Vereins auch einen Selbsttest.
Auf der medikamentösen Basis haben sich bei älteren Menschen als Antidepressiva selektive Serontonin-Wiederaufnahmehemmer bewährt. Beachtet werden müssen immer Interaktionen mit anderen Medikamenten. Wenn auf Psychotherapie verzichtet wird, muss die medikamentöse Behandlung unbedingt von regelmässigen Gesprächen begleitet werden. Für ältere Menschen ist die Besorgung der Medikamente, der Überblick über die Einnahme bei mehreren Pillen täglich und die rechtzeitige Nachbestellung nicht immer einfach. Hier kann die Spezialapotheke MediService Unterstützung bieten.
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