Elektronik

HOME – Willkommen im digitalen Leben

HOME – Willkommen im digitalen Leben

Eine Ausstellung des Stapferhauses Lenzburg fühlt den Puls unseres digitalen Zeitalters. Ein sinnlich sinniger Besuch in die «gute Stube» der Generation Internet.

Wer mit Handy, Laptop und eigenem Facebook-Profil aufgewachsen ist, gehört zu den digital Nativs, den Eingeborenen der digitalen Welt. Sie fühlen sich darin wie  zu Hause. Uns Immigranten aber, die wir noch mit Postkarten, Briefmaken, einer Hermes Baby oder gar noch mit einer Schiefertafel aufgewachsen sind, fällt die Orientierung im digitalen Dschungel nicht leicht. Skepsis und Abwehrhaltung sind begreiflich. So geht ein digitaler Graben quer durch unsere Gesellschaft, der viele Frage  aufwirft. Angesichts der Tatsache, dass die digitalen Medien unsern Alltag radikal verändern, kann man sich digitale Ignoranz nicht mehr leisten. Kein Wunder also, wenn auch viele neugierige Seniorinnen und Senioren in der Ausstellung anzutreffen sind.

Kein Grund zu Kulturpessimismus!

Lebt, wer ständig online ist, ein erfahrungsarmes Leben? Verführen uns Handy und Internet zu Oberflächlichkeit? Droht ein Zerfall unserer Kultur?  Oder sind das bloss die Ängste jener, die die digitale Welt nicht kennen? -  Technische Neuerungen, die unsern Alltag veränderten, haben schon immer solche Ängste und hitzige Diskussionen ausgelöst. In einem Besenschrank in der Ausstellung kann man dies nachlesen: 1876 hiess es, „Zeitungen lenken uns vom Wesentlichen ab“, 1903 „Kino macht uns unglücklich“, 1930 „Der Rundfunk macht uns oberflächlich“, 1956 „Comics töten unsere Phantasie“, 1979 „Das Fernsehen unterzieht uns einer Gehirnwäsche“ usw. Wir werden auch mit den digitalen Medien leben lernen.

Wie es im Leben der digitalen Generation zugeht.

Den Ausstellungsmachern geht es nicht um Wissenvermittlung und Belehrung. Es wird vielmehr gefragt und zur Diskussion gestellt.  HOME lädt ein zu einer Entdeckungsreise. HOME gewährt Einblick in das digitale Zuhause der Generation Internet, zeigt Porträts von Menschen, die in dieser Welt leben und arbeiten, lädt ein zur persönlichen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung. Fachleute diskutieren über die Auswirkungen der Digitalisierung auf Arbeit, Freizeit, Liebe, Politik, und Bildung. Die neuen Mittel der Kommunikation und Information überschwemmen uns, so dass wir erst lernen müssen, damit umzugehen. An der Entwicklung solcher Verhaltensregeln können sich die Ausstellungsbesucher beteiligen, indem sie auf einem iPad an einer Umfrage teilnehmen. Schickt es sich zum Beispiel, per SMS eine Beziehung abzubrechen? Was soll die 17-Jährige tun, wenn sie auf Facebook einen Freundschaftsantrag ihrer Mutter erhält? Ein Vater macht sich Sorgen über die Freizeitaktivitäten seines 16-jährigen Sohnes. Darf er ohne sein Wissen sein Handy kontrollieren? – Da decken sich die Antworten der Eingeborenen nicht mit denen der Immigranten, wie man sich vorstellen kann.

Die Ausstellung bietet uns digitalen Immigranten viel Anregendes, Spannendes und Überraschendes. Aber auch digital Geborene entdecken neue Aspekt und Gelegenheit, sich damit auseinander zu setzen.

Immigranten sind wir alle in einer Welt, die sich immer wieder verändert. Und sie verändert sich bekanntlich immer schneller. Auch die digital Geborenen werden wohl bald wieder migrieren müssen. Bleiben wir dran!

 


Näheres und stets aktualisierte Infos auf  http://home.stapferhaus.ch/de/

seniorweb wird am 11. Januar 2011 eine spezielle Führung für seine Mitglieder organisieren.

 

Kommentare

Bild des Benutzers kollrosteam

HOME in Lenzburg

Wir haben die Ausstellung während gut zwei Stunden besucht und sind begeistert! Wir empfehlen sie allen!