Gesundheit

Harte Kerle: Männer und ihre Gesundheit

Harte Kerle: Männer und ihre Gesundheit

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In den Augen vieler Männer ist der Körper eine Maschine, die man getrost ignorieren kann, solange sie die nötige Leistung erbringt. Erst bei einem Defekt unternimmt man die nötigen Schritte, um den Schaden beheben zu lassen. Oft zu spät, wie sich in der Praxis zeigt.

Seinem Auto würde das wohl so schnell kein Mann zumuten: kaum Pflege, so gut wie nie ein Service – lediglich unvermeidliche Pannenhilfe im Notfall. Dem Körper wird hingegen meist deutlich weniger Beachtung geschenkt als dem Auto. Männer haben eher die Tendenz, ihren Körper zu ignorieren, sie gehen weniger oft zum Arzt, zum Zahnarzt und zu Vorsorgeuntersuchungen und haben generell eine schlechtere Therapietreue als Frauen. Wenn sie Probleme mit ihrer Gesundheit haben, reden sie nicht nur nicht darüber, sondern reagieren selbst auf ernstere Symptome oft sorglos: Das Thema Gesundheit passt nach wie vor nicht ins Männlichkeitsbild. Männer nehmen deshalb auch deutlich weniger präventive Leistungen in Anspruch als Frauen.

 

Genetische Ursachen

Weltweit haben Männer durchschnittlich eine geringere Lebenserwartung als Frauen. Während die Differenz um die Jahrhundertwende noch ein Jahr betrug, beläuft sie sich mittlerweile auf rund sechs Jahre. Forscher gehen davon aus, dass die kleinere Statur der Frauen in Kombination mit einem relativ grösseren Hirngewicht sowie auch Körperbau und Hormonhaushalt dafür verantwortlich sind. Neben diesen biologischen Faktoren fallen aber auch Unterschiede im Lebensstil und Verhalten ins Gewicht: Entgegen vorherrschender Meinungen sind Männer weniger häufig körperlich aktiv als Frauen und leiden öfter am gefährlichen bauchbetonten Übergewicht.

 

Typisch männlich?

Zum Umgang mit dem eigenen Körper gehört auch das als typisch männlich geltende höhere Risikoverhalten der Männer. Bis zu ihrer Pensionierung sterben Männer wesentlich häufiger bei Arbeits- und Sportunfällen, aber auch bei Unfällen im Haus. Sie gehen nicht nur im Strassenverkehr und Sport deutlich höhere Risiken ein («no risk, no fun»), sondern arbeiten auch vermehrt in gefährlichen Berufen. Arbeitsunfälle und schwere Behinderungen durch Berufskrankheiten sind bei Männern häufiger. Die Dimension der Leistungsfähigkeit hat bei ihnen eine grössere Bedeutung, das psychische Wohlbefinden dagegen eine geringere als bei Frauen. Als Folge einer schweren Depression nehmen sich viermal mehr Männer das Leben als Frauen, denen viermal mehr Antidepressiva verschrieben werden.

 

Risiko Bluthochdruck

Männer sind nicht nur von stärkerem Alkohol- und Zigarettenkonsum sowie schädlichem Stress betroffen, sondern sie haben auch schlechtere Essgewohnheiten als Frauen: Sie essen weniger Gemüse, Früchte und Ballaststoffe, dafür mehr Fleisch, Cholesterin und gesättigte Fettsäuren. Diese Faktoren begünstigen Bluthochdruck, der zu den stärksten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählt und für die Hälfte aller Todesursachen verantwortlich gemacht wird. Im Alter zwischen 45 und 65 Jahren sterben Männer viermal häufiger als Frauen an Herzinfarkt – in der Schweiz nach wie vor die häufigste Todesursache. Zudem ist Bluthochdruck die Hauptursache für die Entstehung der Arteriosklerose und ihrer Komplikationen. Über 30 Prozent der Betroffenen sind sich ihrer Erkrankung aber nicht bewusst, da Bluthochdruck meist keine Beschwerden verursacht. Männer wie Frauen sollten sich deshalb mindestens einmal jährlich den Blutdruck messen lassen.

 

Mehr zu aktuellen Forschungsergebnissen bezüglich Bluthochdrucks finden Sie unter www.amavita.ch