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Depressionen

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Symptome – Erfahrungen – Beziehungen und anderes im TERTIANUM-Heft

"Depressionen sind heute fast eine Volkskrankheit", stellt der Herausgeber der TERTIANUM-Zeitschrift, Prof. Dr. Helmut Bachmaier in seinem Editorial fest. Wie man heute weiss, schreibt er weiter, können "auch aktive, zielstrebige, erfolgreiche Personen unter depressiven Störungen leiden. Depressionen verändern nicht nur den Alltag und die Beziehungen zu anderen, sondern greifen tief ins soziale und private Leben der Betroffenen ein."

Zu diesem komplexen Gebiet finden Sie im TERTIANUM-Heft Nr. 53 die aufschlussreichen Ausführungen von Prof. Dr. Brigitte Boothe: "Depression – mit sich selbst und der Welt zerfallen". Es gelingt ihr, auf dem beschränkten Raum einen Überblick über Erscheinungsbilder und Ursachen von Depressionen sowie über Therapiemöglichkeiten zu geben. Brigitte Boothe bezieht in ihre Darlegungen sowohl Beobachtungen ein, welche Personen besonders anfällig sind, als auch mögliche biochemische Faktoren der Entstehung einer Depression sowie die Möglichkeiten verschiedener Therapieformen.
Neben der Behandlung mit Medikamenten beschreibt sie den Therapieansatz der Psychotherapie und weist u. a. auf eine wichtige Erfahrung hin: Im Unterschied zu nicht-depressiv veranlagten Menschen überschätzen sich solche mit Neigung zu depressiven Störungen weniger oft selbst, sie seien "sadder, but wiser" (zwar trauriger, aber klüger), zitiert sie die Forschungsergebnisse. – Ein Aufsatz, der viele Anstösse zum Nachdenken, Weiterlesen und Nachschlagen bietet.

Nichts bringt uns ein Thema so nahe wie ein Gespräch mit einem Menschen, der durch die Erfahrung einer Depression hindurchgegangen ist. Im Interview "Der Depression eine Sprache geben", das Prof. Bachmaier mit dem Fernsehjournalist und Coach Ruedi Josuran geführt hat, lesen - ja erspüren wir, was es heisst, von einer Krankheit betroffen zu sein, die man von sich vorher nie erwartet hätte.
Wie sich eine Depression entwickelt, wie sie sich anfühlt, was helfen kann, was nicht, darüber lesen wir in diesem Gespräch viel. Zwei Aussagen von Ruedi Josuran verdienen besondere Aufmerksamkeit: Später "hatte ich einen Herzinfarkt ... Die Resonanz auf diese plötzliche Erkrankung war viel grösser als auf meine Depression." Und über seine Erfahrungen mit den Untersuchungen der Ärzte sagt er: "Was ist mit den Dingen, die man nicht messen kann? … man findet keine Worte, um einem Arzt zu beschreiben, was man empfindet, es ist nicht messbar."

"Die Vorstellungen vom Alter und das Selbst-Bild älterer Personen haben sich in den letzten Jahren erheblich gewandelt", stellt Helmut Bachmaier in seinen Reflexionen zum Thema "Älterwerden heute" fest. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus, dass die gegenwärtigen "jungen Alten" in vielen Bereichen versuchen, mit jüngeren Generationen mitzuhalten? Die Werte der Älteren haben sich nämlich vergleichsweise wenig geändert. Gesundheit und Sicherheit stehen neben dem Wunsch nach Selbständigkeit an erster Stelle.
Bachmaier erörtert die Möglichkeiten, die Schwierigkeiten und Probleme, die sich der Gesellschaft und dem Einzelnen stellen. Dafür kann es keine einfachen, eindeutigen Lösungen geben, denn die Bedürfnisse älterer Menschen sind "ebenso verschieden wie ihre Biografien und ihre Charaktere", schreibt er.

"Zusammenleben ist gestaltbar!"Engagiert, wie wir die letztjährige Nationalratspräsidentin kennen, äussert sich Pascale Bruderer auch im Interview in diesem Heft. Intergenerativität in Politik und Gesellschaft ist ihr ein wichtiges Anliegen. "Die Generationen … lernen voneinander und tragen Erfahrungen weiter", sagt sie. Dabei verschliesst sie die Augen nicht vor bestehenden Problemen: "Die Chancenungleichheiten nehmen mit dem Alter zu. Deshalb ist für alle Fragen wie Rentenalter, Frühpensionierung usw. grosse Flexibilität gefordert. Die Würde des Menschen muss hier der Hauptmaßstab sein."

Wie in Zukunft Altersarbeit aussehen kann, darüber denken Gerontologen in Innsbruck in Zusammenarbeit mit Ingenieuren und Technikern nach. Der Artikel "Robotik in der Altersarbeit" von Prof. Dr. Bernd Seeberger und seinem Mitarbeiter Christof Stellwag erläutert, an welchen sinnvollen, innovativen technischen Erleichterungen bei der Betreuung von alten Menschen die Vertreter der neuen Technologien arbeiten. Der Kernpunkt liegt darin, dass die Technik alten Menschen Unterstützung bieten kann, länger in ihrer vertrauten Wohnung zu bleiben, und dass die Technik andererseits auch Betreuenden eine Hilfe sein kann, ohne dass Altenpflege dadurch überflüssig wird.

Gleichsam einen Kontrapunkt zum Hauptthema dieses Heftes liefert Kurt Aeschbacher mit seinen Betrachtungen "Übers Glücklichsein". Er erzählt davon, wie er seit Jahren versucht, in seinen Talk-Shows in den Lebensgeschichten von Unbekannten den Faden zu finden, der zum Glück führt. Dabei gibt es so viele Facetten des Glücks, wie es Menschen gibt. "Und hauptsächlich schätzt man die Chance, in eine Gesellschaft geboren zu sein, in der die Menschen noch nie so lange so gesund und in dermassen guten materiellen Verhältnissen lebten, wie dies heute der Fall ist."

Aus der Sicht der Filmkultur präsentiert Hans-Peter Stalder in seinem Beitrag "Liebe und Depression in vier Kinofilmen" Filme, in denen die Liebe auf unterschiedliche Art und Weise mit dem Phänomen Depression in Beziehung gebracht werden kann. Hans-Peter Stalder stellt "Mademoiselle Chambon" von Stéphane Brizé vor; weiter den berührenden Film einer Liebe zwischen Behinderten "Yo, También" sowie zwei Schweizer Filme: "How about Love" von Stefan Haupt und den ersten Spielfilm des renommierten Dokumentarfilmers Paul Riniker "Sommervögel".

Alle erwähnten Artikel finden Sie unten im Anhang.

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