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Weihnachtsgeschenke für Gartenfreunde

Weihnachtsgeschenke für Gartenfreunde

Der Garten im Dezember. Was freut einen Gartenfreak? Auf den ersten Blick ist das ganz einfach. Und auf den zweiten? Na, ja.

Gartenbegeisterte zu beschenken ist doch eigentlich kinderleicht. Es gibt so vieles, was eine Gärtnerseele entzücken kann. Fangen wir mal ganz prosaisch an: Gartenhandschuhe sind immer willkommen; sie sind ein Verschleissartikel. Gut, die Richtigen müssten es schon sein. Bei einigen Herstellern herrscht eindeutig die Meinung vor, Gartenbegeisterte hätten allesamt spatenförmige Finger. Das heisst, die Finger der Handschuhe sind vorne so weit, dass der Stoff Falten wirft – und man meint, die Hände steckten in dicker Elefantenhaut, ganz ohne taktilem Gefühl.

Aber nicht nur Grösse und Form müssen stimmen, auch die Ausrüstung ist Gewohnheitssache. Die einen schwitzen in den plastifizierten Modellen, die andern geniessen es, dass die Hände auch in nasser Erde schön trocken bleiben. Dann gibt es die Handschuhe mit Noppen und die aus robustem Stoff mit Lederverstärkung (für spatenförmige Finger). Aber abgesehen von all diesen Faktoren – Gartenhandschuhe sind immer ein beliebtes Geschenk.

Die ideale Schere

Fast ebenso gerne geschenkt werden Gartenscheren. Die braucht man immer, weil die im Gebrauch stehende gerade stumpf geworden ist oder schartig oder beides. Aber aufgepasst: Nicht alle liegen optimal in der Hand und die, die das nicht tun, verschwinden nach den ersten schmerzhaften Blasen zuhinterst im Schrank. Es gibt Linkshänderscheren und es gibt Rosenscheren, bei denen der abgeschnittene Zweig an der Klinge haften bleibt. Was sehr angenehm ist, um eine einzelne Rosenblüte zu schneiden und furchtbar nervend, wenn man damit Sträucher stutzen will. Es gibt die schweren Scheren, mit denen halbe Bäume durchtrennt werden können und die zarte Hände allein schon durch ihr Gewicht ermüden lassen. Es gibt solche mit ergonomisch geformten Griffen, die allerdings zur eigenen Anatomie passen müssen und es gibt die für schnitttechnischen Spezialfälle im Garten – die sind immer dann gerade unauffindbar, wenn man sie braucht. Und doch: Gartenscheren sind immer ein gutes Geschenk.

Auch Blumensamen oder -zwiebeln sind sinnige Weihnachtsgaben. Ein Gartenfreund freut sich doch immer über eine dicke Amarylliszwiebel und sein Lächeln wirkt wohl nur deshalb etwas gequält, weil es bereits die vierte ist, die er auf die Fensterbank stellen muss. Auch Samentütchen sind ein super Geschenktipp. Auch wenn die Freundin vielleicht nicht sonderlich begeistert ist über das Päckchen mit den Samen des anmutigen hellorangen Islandmohn, wenn ihr Garten doch ganz auf Rosa-Weiss ausgerichtet ist. Und das witzige Nussbäumchen in der praktischen Containerbox macht dem Besitzer eines handtuchgrossen Gartens vielleicht mehr Kopfzerbrechen als Freude.

Und das ideale Buch

Da wären Gartenbücher doch viel bessere Geschenke. Die verursachen keine Druckstellen, beissen sich nicht mit anderen Farben im Garten, sind pflegeleicht und passen immer. Immer? Einer Biogärtnerin ein Buch über Zengärter mit schön gerechten Kiesflächen zu schenken, dem Besitzer eines Winziggartens eine Anleitung zum Baumschnitt oder der vielbeschäftigten Gartenfreundin ein Buch über die Anzucht von Bonsai – also, ich weiss nicht. Aber doch: Gartenbücher sind durchaus sinnvolle Geschenke.

Was ich mir wünsche? Zum Beispiel eine Schale mit vorgetriebenen Maiglöckchen, die bereits im März blühen, einen Strauss von Barbarazweigen auch nach dem Barbaratag, die gerade dann ihre Knospen öffnen, wenn man sich fragt, ob es denn ewig Winter bleiben will. Eine dieser kleinen Koreatannen mit den aufrecht stehenden blauen Zapfen. Die sehen so witzig aus – werden allerdings in 15 Jahren sechs bis acht Meter hoch. Also doch lieber keine Koreatanne. Aber einen ganzen Armvoll dichter, buschiger Tannenzweige, die jetzt etwas Weihnachtsstimmung in meinen Wintergarten bringen, im Februar dann meine heiklen Gewürzkräuter abdecken und später, schon fast ohne Nadeln, die ersten Frühlingsaussaaten vor den Katzen schützen, die gerne in der frisch gehackten Erde ihre Löcher graben. Gartenfreunde sinnvoll beschenken? Ist doch wirklich nicht so schwer.

 

Kommentare

Bild des Benutzers Eva Caflisch

gartengeschenke

...ausserdem macht der Garten seinerseits Geschenke: Da meiner reichlich verwildert ist, beschenkt er mich zu dieser Jahreszeit mit Efeuzweigen samt Früchten dran. Ich verwende sie gern als alternative Tischdekoration zusammen mit Mandarinen und kleinen Äpfeln statt der Tannenzweige. Vorteil: keine Harzflecken auf der Tischdecke und Bewunderung bei Besucherinnen und Besuchern aus städtischen Verhältnissen.