Rüeblistamm
21.04.2018 - Peter Strub

Aarau - Oberirdisch - Unterirdisch

 

 

Rüeblistamm-Anlass vom 17.4.2018. Der Bericht von Peter Strub

Beinahe überirdisch gut mundeten den Teilnehmern z.B. die Gnocchi im Restaurant La Spezia vor der Führung in Aarau. 

 

19 Personen versammelten sich punkt 14.00 Uhr vor dem neuen Bahnhofgebäude, bereit für eine Führung gemäss Programm.

Ich persönlich habe die Führung durch 2 kompetente und liebenswürdige Begleiterinnen in drei Phasen erlebt:

1. Der grossartige Rundblick bei Sonnenschein vom Dachgeschoss vom Hotel Sorell auf den neuen Bahnhof, die grösste Bahnhofsuhr der Schweiz mit einem Durchmesser von 9 m über drei Stockwerke reichend und einem Sekundenzeiger von 80 kg Gewicht. Ebenso eindrücklich anzuschauen war die „Wolke“, eine geniale Überdeckung des Busbahnhofes. Hell, freundlich, lichtdurchlässig, wasserdicht, mit technischen Raffinessen, auch gegen Schneefall und Sturmböen immun. Dann der herrliche Jurablick, die Dächer der Altstadt mit der Spitze des Oberturms aus dem 13. Jahrhundert, die alte und neue Kantonsschule, die Kasernenareale etc. etc.

Für mich als ehemaligen Oltner-Schüler war Aarau immer auch eine moderne Stadt. Um ca. 1960 fuhren wir per Autostopp in die Migros Aarau, um mit der weit und breit ersten Rolltreppe rauf- und runter zu fahren. Wer Schlittschuhe hatte, fuhr zur Kunsteisbahn in Aarau und wer an die Kanti wollte, musste ebenfalls nach Aarau (wie Albert Einstein, der 1895/96 als 16-Jähriger hier seine Matura abschloss) oder Solothurn.

 

2. Das moderne Bahnhofsgebäude ist eigentlich schon eine Besichtigung wert. Seit 2010 in Betrieb, stellt es sich als Visitenkarte der modernen Zeit dar. Mit  5 Ober- und 2 Untergeschossen kann hier an 7 Tagen pro Woche eingekauft werden. Auf dem ehemaligen oberirdischen Parkplatz wird momentan noch eine Erweiterung gebaut. Allerdings gab uns in der Passage zur Einsteingedenktafel das völlige Fehlen von Kunden in den modernen und attraktiven Geschäften zu denken. Waren wir zur falschen Zeit da?

 

3. Aarau unterirdisch – die Meyerschen Stollen, vor 200 Jahren angelegt von Johann Rudolf Meyer Sohn. Neben seiner Villa am damaligen Stadtrand von Aarau liess Meyer ein ca. 2 km langes Tunnelsystem anlegen (ohne Baubewilligung – versuchen Sie das heute mal!). Er brauchte sauberes Sicker- und Quellwasser für seinen Textilbetrieb und Energie für seine Apparate. Die Spezialität waren Appreturen (Nachbearbeitung, Glättung, Veredelung der Textil- Produkte). Symptomatisch für Unternehmertypen aus jener Zeit zeigten Mitglieder der Familie Meyer (Hyeronimus und Rudolf jun.) auch in anderen Sparten Unternehmergeist. Sie bezwangen als Erste den Gipfel der Jungfrau. Die Krönung unseres Unternehmens war die Bezwingung von etwa 20 m Stollen mit Schutzweste und Helm. Eindrücklich und durch Enge und gering Höhe etwas beklemmend und anspruchsvoll.

 


Bericht: Peter Strub

Organisation und Fotos: Köbi Zimmermann

 

 

 

Gastautor: 
Peter Strub

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