06.06.2018 - Redaktion Seniorweb

Bis 56 Prozent billigere Prämien

Der Anteil der reinen Elektrofahrzeuge auf Schweizer Strassen wächst rasant. Nicht zuletzt die Versicherungsprämien machen die Elektromobile interessant.

Erst 1,6 Prozent der neu in Verkehr gesetzten Fahrzeuge in der Schweiz sind reine Elektrofahrzeuge. Doch ihre Zahl wächst rasant. 2017 ist ihr Anteil um 40 Prozent gestiegen. Versicherer belohnen Elektrofahrzeuge mit teils massiven Ökorabatten und einer tieferen Risikobeurteilung. Ein aktueller Prämienvergleich des Online-Vergleichsdienstes comparis.ch zeigt Prämienunterschiede von bis zu 56 Prozent für Elektrofahrzeuge gegenüber konventionellen Antriebssystemen. Verglichen wurden die Prämien für den eGolf, den benzinbetriebenen 1.4 Golf TSI High, den 1.6 Golf TDI Com. mit Dieselantrieb und den mit Erdgas und Benzin betriebenen 1.4 TGI BM Allstar.

Unterschiedliche Politik der Versicherer bei Ökorabattvergabe

Der Ökorabatt der Versicherer variiert stark. Zurich belohnt die Elektro- oder Hybrid-Kunden nach eigenen Angaben mit einem Ökorabatt von bis zu 20 Prozent. Teslafahrer profitieren zusätzlich von einem Kooperationsrabatt von 5 Prozent und weiteren Leistungsvorteilen etwa einer hundertprozentigen Neuwertentschädigung während zwei statt einem Betriebsjahr.

Vaudoise offeriert einen Ökorabatt von 10 Prozent für die Motorfahrzeuge mit Energieklasse A. Der Rabatt für Elektrofahrzeuge beträgt 25 Prozent für die Kaskoversicherung und 32 Prozent für die Haftpflichtversicherung.

Einen Ökorabatt von 25 Prozent für alternative Energien und Technologien bietet auch Generali. Personenwagen der Energieeffizienzkategorie A und B erhalten eine Prämienvergünstigung. Erdgas wird dabei auf die gleiche Stufe gestellt wie Elektroantrieb. Einen zweistelligen Ökorabatt gewährt auch die Basler Versicherung. Dieser kommt bis zu einem CO2-Ausstoss von 130 g/km zum Tragen. Auch Helvetia vergibt einen Rabatt für ökologische Antriebsarten.

Bei der Mobiliar wird ein im Tarif integrierter Vergünstigungsfaktor angewendet. Bei diesem ist nicht der CO2-Ausstoss massgeblich, sondern der Antrieb bzw. die Treibstoffart. Entsprechend profitieren auch Erdgas-Fahrzeuge von einer Prämienermässigung.

Axa belohnt Elektromobilität mit einem Ökorabatt von 5 Prozent. Einen CO2-Rabatt bietet der Versicherer nach eigenen Angaben seit längerem nicht mehr. Gar keinen Ökorabatt vergeben Allianz und Dextra.

Hoher Ökorabatt heisst nicht grösste Preisdifferenz

Ein hoher Ökorabatt allein führt allerdings nicht automatisch zu einer grösseren Preisdifferenz im Vergleich zu Autos mit Verbrennungsmotor, geschweige denn zur günstigsten Prämie. Denn diverse Faktoren fliessen in die Prämienberechnung mit ein. Ein sorgfältiger Vergleich der Angebote lohnt sich deshalb immer.

Am augenfälligsten sind die Preisunterschiede zwischen den vier verglichenen Fahrzeugen bei der Zurich. Hier sieht der Versicherer für den eGolf das optimalste Angebot bei 729.50 Franken. Das sind 56 Prozent tiefere Prämien als für den Golf TDI und 50 Prozent weniger als für den Golf TSI. Die Versicherung für das Erdgas Modell kostet 40 Prozent mehr als jene für den eGolf.

Eine ebenfalls grosse Preisdifferenz weisen Vaudoise und Mobiliar auf. Bei der Vaudoise ist die Prämie für den eGolf mit 846.10 Franken 46 Prozent tiefer als für den benzinbetriebenen Golf TSI und 36 Prozent tiefer als für das Diesel-Vergleichsfahrzeug. Die Police für den Golf TGI kostet sogar 42 Prozent mehr als jene für den eGolf.

Bei der Mobiliar kostet die Versicherungsprämie für den eGolf mit 860.30 Franken 46 Prozent weniger als für den Golf TDI und 42 Prozent weniger als für den Golf TSI. Für den Erdgas TGI zahlt man immerhin noch 16 Prozent mehr.

Im Mittelfeld befinden sich die Basler Versicherung und Generali. Bei der Basler Versicherung spart man mit dem Elektrofahrzeug mit 654.80 Franken 28 Prozent Prämien gegenüber dem Golf TSI, 27 Prozent gegenüber dem Golf TDI und 17 Prozent im Vergleich zum TGI. Bei Generali zahlt man für den TDI 29 Prozent mehr und für den TSI 27 Prozent mehr als für den eGolf (1072.50 Franken). Der TGI kommt allerdings 1 Prozent günstiger als das Elektrofahrzeug.

Die Allianz Suisse bietet mit einer Prämie von 807.20 Franken eine Vergünstigung von 19 Prozent gegenüber dem TDI und 17 Prozent gegenüber dem TSI. Der Erdgasvergleichswagen schlägt hier mit 21 Prozent teureren Prämien gegenüber dem eGolf gegen oben aus.

Bei Helvetia zahlen die Versicherten eines eGolfs mit einer Prämie von 964.20 Franken 15 Prozent weniger als für den Golf TDI und 7 Prozent weniger als für den TSI bzw. 2 Prozent weniger als für den TGI. Bei Dextra kommt die Versicherungsprämie für den TDI 12 Prozent teurer zu stehen als für den eGolf (1025.75 Franken). Für den Benziner zahlt man 8 Prozent und für den Erdgas-Benziner 10 Prozent mehr.

Kaum Unterschiede zwischen den Prämien für die vier Vergleichsfahrzeuge gibt es bei Axa, Elvia und smile.direct. Bei Axa zahlt man gleich hohe Prämien für den eGolf und den Golf TGI, nämlich 847 Franken, womit sich der Versicherer im Mittelfeld befindet. Der Diesel-Golf kostet 1 Prozent mehr und das Benzinfahrzeug 3 Prozent weniger. Elvia veranschlagt für den eGolf eine Prämie von 857.80 Franken und vergibt einen dreiprozentigen Abschlag für den TGI sowie einen zweiprozentigen für das Diesel- und das Benzinvergleichsauto. Bei smile.direct. zahlt man für den eGolf mit 1001 Franken 2 Prozent mehr als für den TSI, 4 Prozent weniger als für den TGI und 5 Prozent weniger als für den TDI.

Direkt-Versicherer sind nicht billiger

Aus dieser Aufstellung wird zudem ersichtlich: Gerade wenn es um energieeffizientes Fahren geht, sind Direktversicherer nicht automatisch am günstigsten. Zwar offeriert die Basler Versicherung mit ihrem Direct-Produkt (baloisedirect) für eine Prämie von 654.80 Franken den eGolf am günstigsten. Doch die Policen von smile.direct und Dextra zählen zu den teureren Angeboten. Dextra begründet mit dem Argument: «Die Dextra Versicherungen AG vergibt keine Rabatte, sondern unterbreitet allen Kunden ein faires und risikogerechtes Angebot.»

 

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