13.06.2018 - Joseph Auchter

Das Dilemma um König Fussball

Am Donnerstag ist es so weit: 32 Mannschaften, darunter die Schweiz, träumen vom Heldenthron - oder zumindest davon, ehrenhaft abzuschneiden. Und was ist mit Russland?

 „Fussball ist Krieg mit anderen Mitteln“ ist ein geflügelten Wort, das auch auf die Fussball-Terminologie verweist: Das Vokabular ist eindeutig militärischer Herkunft. Laut Wikipedia wird da „geschossen, gebombt, der Gegner taktisch ausgetrickst, die Verteidigung überrannt, werden Angriffsstrategien entwickelt. Vokabeln wie „stürmen“, „schießen“, „ballern“, „bomben“, „eine Granate abfeuern“, „Angriff“, „Verteidigung“, „Frontbildung“, „Verteidigungsring“ nähern sich in der Tat der Kriegsrhetorik an und erwecken vor allem bei pazifistisch denkenden oder von den Kriegsgräueln traumatisierten Menschen intuitiv Abwehrgefühle“.

Was ein friedfertiges Spiel sein könnte, weckt nicht selten ein Aggressionspotential auf und neben dem Spielfeld, das weltweit auch zu Propagandazwecken, zu politischem Kalkül und klassenkämpferischen, ja rassistischen Parolen missbraucht wird. Dass sich z.B. in Zürich Ultras zweier Stadtklubs zusammenrotten, um den Gegner einzuschüchtern, lebensgefährliche