12.01.2018 - Fritz Vollenweider

Die Kinder des Olymp

Haben die beiden Frauen in «Burn Baby Burn» so etwas wie den Olymp auf die verwüstete Erde von heute herunter geholt? (DAS THEATER an der Effingerstrasse, Bern.)

Mit Gerümpel überstellt ist die verlassene Tankstelle; im Hintergrund eine Hüttenruine. Gar nichts von olympischer Schönheit, von Sinn und Dramaturgie konventioneller, vorgespielter Gottähnlichkeit. Die Tristesse der Gegenwart holt alles ein: Orte, Menschen, Handlungen. «Auch wenn wir auf der Erde liegen, wir können den Himmel sehn…» - das Zitat aus einem im letzten Jahrhundert miterlebten Bühnenstück fällt mir ein. Und tatsächlich: Die beiden Frauen, die sich am nichtgemeinten Ort der einsamen Tankstelle treffen, sie liegen zum Teil nicht nur im übertragenen Sinn am Boden. Sie sprechen dennoch vom Leuchten der Sterne. Auch von der blauen Droge, die uns in den Himmel fliegen und dort in einem unendlich schönen Traum schweben lässt. Doch er lacht nicht, der Clown…

Die Sehnsucht, die Gewalt, die Begegnung – sie umkreisen das Thema des Stücks. Es ist die Sprache als Ausdruck, die Rede als Form, die nach dem Dialog verlangen, die dennoch, vor allem zu Beg