07.06.2018 - Josef Ritler

Die weltbesten Pressefotografien

Nach dem Erfolg des letzten Jahres zeigt das Landesmuseum Zürich die «World Press Photo Exhibition» auch 2018 wieder. Die Ausstellung beleuchtet die besten Pressebilder der Welt.

Die Bilder gehen unter die Haut und zeugen unter anderem von den Gewalttätigkeiten dieser Welt. Die Ausstellung  setzt einen Focus auf neue Formen des Bildjournalismus.
Insgesamt wurden für den diesjährigen Wettbewerb der World Press Foundation 73'044 Fotos von 4'548 Fotografinnen und Fotografen aus 125 Ländern eingereicht. Eine 17-köpfige Jury nominierte schliesslich 42 Fotografinnen und Fotografen aus 22 Ländern.

Neben technischen und ästhetischen Kriterien wurde besonders beurteilt, welche Bilder ein prägendes Ereignis des vergangenen Jahres oder eine wichtige gesellschaftliche Thematik am besten repräsentieren. In einer vernetzten Welt mit mehr digitalen Möglichkeiten wird das globale Geschehen zunehmend multimedial dokumentiert und verbreitet.


Das World Press Photo des Jahres 2017 schoss Ronaldo Schemidt von der Agence France-Press in Venezuela. Bei Protesten gegen den venezolanischen Präsenten Maduro geriet José Victor Salazar Balza (28) bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Bereitschaftspolizei und der Nationalgarde in Brand, als der Tank eines Motorrades explodierte. Er überlebte trotz schweren Verbrennungen an über 70 Prozent seines Körpers.


Von den Auseinandersetzungen machte auch sein Kollege Juan Barreto diese Bilder und gewann damit den 3. Preis in der Serie „Harte Fakten“.

Springende Felsenpinguine an der zerklüfteten Küste der Marion-Insel, einem südafrikanischen Antarktisgebiet im Indischen Ozean kamen dem Fotografen Thomas P. Peschak aus Deutschland vor die Linse. Diese Pinguine gelten als bedroht. Der Rückgang ist vermutlich auf ein abnehmendes Nahrungsangebot zurückzuführen.

Die Auswilderung des jungen Breitmaulnashorns fotografierte der Südafrikaner Neil Aldridge und gewann damit in der Kategorie Umwelt den ersten Preis. Das Nashorn, betäubt und mit verbundenen Augen, wird zum Schutz vor Wilderern  aus Südafrika umgesiedelt. Das Breitmaulnashorn gilt als potenziell gefährdet. 

 

 

Der Fotograf Li Huaifeng aus China fotografierte in seiner Heimat zwei Brüder in ihrem seit 2000 Jahren bekannten Erdhaus, das aus einem Hügel des Löss-Hochlands in Mittelchina ausgegraben wurde. Die Wände des Erdhauses isolieren besonders gut, sodass die Bewohner auch sehr kalte Winter überleben können.

 

 

Erik Sampers aus Frankreich fotografierte den „Marathon des Sables“ in der Sahara-Wüste im Süden Marokkos. Dieser Ultramarathon geht über eine Strecke von über 250 Kilometer bei Temperaturen von bis zu 50 Grad Celsius. Die Teilenehmer müssen ihre Verpflegung und alle persönlichen Utensilien selbst im Rucksack tragen. Heute nehmen 1000 Teilnehmer aus rund 50 Länder an diesem Lauf teil.

Im Juli erklärte die irakische Regierung Moussul für vollständig vom IS befreit. Ivor Prickett aus Irland, der für die The New York Times unterwegs war, erhielt für mehrere Bilder den ersten Preis im Bereich Reportagen. Eines der Bilder zeigt die hungernden Menschen, die in West-Mossul monatelang eingeschlossen waren und für die Hilfsgüter anstanden.

 

 Die Amerikanerin Anna Boyiazis fotografierte in Sansibar  Frauen und Mädchen, die in langen Badeanzügen ihre Schwimmfähigkeiten übten. So können sie ins Wasser gehen, ohne gegen ihre kulturellen oder religiösen Überzeugungen zu verstossen.

Die World Press Photo Foundation fördert seit den 50-er Jahren die Pressefotografie. Die Stiftung mit Hauptsitz in Amsterdam unterstützt Fotografinnen und Fotografen und kürt jährlich die weltbesten Pressebilder in acht Kategorien.

Die Ausstellung, die in über 100 Städten der Welt gastiert, dauert bis 8. Juli 2018 im Landesmuseum Zürich

Das Jahrbuch „World Press-Photo 2018“ 

ISBN 978-3-03878-015-4

ISSN 1663-3776

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