09.06.2018 - Hanspeter Stalder

Fragen an das Leben vor dem Sterben

Fabienne ist todkrank und stellt sich und ihrer Freundin Fragen. Nathalie Oestreicher dokumentiert, kommentiert und ergänzt diese im Film-Essay «Apfel und Vulkan» und lädt uns zu Antworten ein.

Eigentlich wollte Nathalie Oestreicher mit ihrer Freundin Fabienne Roth einen Film über das Muttersein drehen. Diese aber hat eine Krankheit, die schneller als erwartet voranschreitet, was den beiden Frauen einen Strich durch die Rechnung macht. Jetzt, angesichts des Todes, gilt Fabiennes grösste Sorge ihren zwei kleinen Töchtern. Von Nathalie will sie erfahren, wie diese als Kind mit dem Tod ihres schwierigen Vaters und ihres idealisierten Bruders umgegangen ist. Sie will verstehen, was ihre Kinder bald erleben werden. Nathalies Sicht auf ihre Kindheit hat sich zu einer Geschichte verfestigt, die nicht mehr reicht, um die Fragen der Sterbenskranken zu beantworten. Die beiden Frauen begeben sich auf eine Reise in die Welt des Erinnerns und Vergessens: Fabienne, um sich mit 39 aufs Sterben vorzubereiten, Nathalie, um sich dem Leben zu stellen. Eine neue Geschichte entsteht für Nathalie, in der Fabienne Spuren hinterlässt.