06.03.2018 - Eva Caflisch

Mehr erfahren über den Schmerz

Die BrainFair 2018 an der Universität Zürich beleuchtet aktuelle Forschungen zur Entstehung und Behandlung von Schmerz

Der Schmerz als Sinneswahrnehmung gehört zum menschlichen Dasein, alle Säuglinge erfahren ihn beim Zahnen, er meldet sich bei Unfällen, Krankheiten, seelischem Leid und kann chronisch werden. Wegen Schmerzen suchen wir den Arzt auf, erwarten Linderung und Heilung.

logo brainfair 2018So definiert das Lexikon den Schmerz: Er ist eine komplexe subjektive Sinneswahrnehmung, die als akutes Geschehen den Charakter eines Warn- und Leitsignals aufweist und in der Intensität von unangenehm bis unerträglich reichen kann. Wird der Schmerz chronisch, verliert er die Eigenschaft eines Warnsignals.

Das Zentrum für Neurowissenschaften in Zürich organisiert seit zwanzig Jahren die BrainFair, eine Reihe mit Vorträgen und Foren in der dritten Märzwoche (12. bis 17. März 2018), zu der alle Interessierten eingeladen sind. Diesmal geht es um Schmerz und Gehirn. Die Idee, Fragen zur Hirnforschung in die Öffentlichkeit zu tragen, stammt aus den USA, heute gibt es weltweit Veranstaltungen rund ums Gehirn. Auch in der Schweiz findet die Brainweek nebst Zürich auch in Aarau, Basel und Bern, sowie in der Romandie in Lausanne, Genf und Sion statt. Das Programm unterscheidet sich von Region zu Region und reicht von Vorträgen über Angebote für Schulen bis hin zu Ausstellungen rund um das faszinierende Organ. Themen sind unter anderem Bewegungskoordination, Einfluss der Gene, Hirnverletzung, Krankheit und Psyche. Oder eben der Schmerz.

gehirnschnitte von simon... Simon Ametamey: Verteilung der Rezeptoren des Botenstoffs Glutamat im Gehirn von sechs Testpersonen.

irene knüsel neuronIrene Knüsel: Zellkörper und zahlreiche feine Verästelungen von Nervenzellen in einer Zellkultur

Die Foren in Zürich, jeweils um 18:30 Uhr in einem Hörsaal des Unispitals, umfassen drei Referate aus Forschung, Klinik, Anwendung zum Thema des Abends:
- Schmerz allgemein (montags)
- Kopfweh und Migräne (dienstags)
- Schmerz aus klinischer Sicht (mittwochs)
- Trauma (donnerstags)
- Behandungsmethoden (freitags)

„Wir versuchen, immer das gleiche Format durchzuziehen,“ sagt Isabel Klusman aus dem Organisationsteam, „es sind drei Kurzreferate in der ersten Stunde, in der zweiten Stunde kann das Publikum fragen stellen.“ Klusman, die auch moderiert, ist immer wieder überrascht, „wieviel Basiswissen beim interessierten Publikum vorhanden ist“. Während chronische Schmerzen bis vor nicht allzu langer Zeit nicht ernst genommen worden seien, gelten sie heute als Krankheitszustand, für den Behandlungsmethoden gesucht werden. Bei der Schmerztherapie schliessen die Forscher und Praktiker heutzutage auch die Wirkung von Hypnose, Placebo oder Cannabis ein.

Michaela Thallmair: Stammzellen des Rückenmarks einer erwachsene Ratte in einer Zellkultur

Die Zürcher BrainFair schliesst am Samstag mit einem Strauss von sechs Kurzreferaten zu unterschiedlichsten Themen ab. Zuletzt zeigt die Designerin Sabine Affolter, wie sie mit Bildern den Schmerz fassbar macht. Für sämtliche Anlässe ist keine Anmeldung nötig, sie sind kostenlos. Näheres zum Wo und Wie entnehmen Sie dem angehängten Flyer oder über den Link BrainFair Zürich 2018: Schmerz.

Alle Bilder: © Universität Zürich
BF_18_Flyer_web_def.pdf

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