06.03.2019 - Josef Ritler

Palexpo Genf

Der diesjährige Autosalon in Genf bewegt sich zwischen Realität und Vision. Elektronisch angetriebene Fahrzeuge sind auf der Überholspur. Die Zukunft hat längst begonnen. 

 

Der Genfer Autosalon gehört zu den wichtigsten Automessen der Welt und ist traditionell die erste europäische Messe des Jahres. Kaum ein anderer Salon lässt die rund 700'000 Besucher jährlich mehr träumen. Denn er zeichnet sich vor allem durch eine Vielzahl von Exoten und Kleinserien aus. Dazu kommen zahlreiche Studien, die einen Blick in die Auto-Zukunft erlauben. Rund 180 Aussteller präsentieren ihre Modelle. Einige Marken sind zum ersten Mal dabei. Andere fehlen wie Jaguar, Land Rover, auch die Marken Ford, Hyundai, Opel und Volvo.

 

Über 700'000 Besucher werden am Autosalon erwartet

 

Was wurde im Vorfeld des alljährlich stattfindenden Autosalons alles erzählt. Die Klimaveränderung solle sich auch auf die Produktion umweltfreundlicherer Autos auswirken. Autos würden übermorgen elektrisch und vollautonom fahren. 

Bald würden die meisten Autofahrer mit selbstfahrenden Autos unterwegs sein. Der Bundesrat findet, dass es keinen Grund gebe, Nebentätigkeiten wie Essen, Trinken oder Rauchen während der Autofahrt zu verbieten. Verboten sei lediglich das Telefonieren.

 

Die Gegensätze in der Ausstellung könnten nicht grösser sein. Während der Besucher im offiziellen Katalog die spärlich vorhandenen Energieautos suchen muss, protzen die Hersteller mit kraftvollen PS-Boliden um die Wette. Und es gibt sogar ein Auto, das fliegen kann aber (noch) nicht darf.

Die Schweizer Autoshow trotzt der Messen-Krise, denn die Automessen leiden unter Besucher- und Ausstellerschwund. Die Welt liebt Genf. 

 

Einer der ersten Porsche aus dem Jahre 1965

 

Beim Betreten der Halle 1 verweilt man gezwungenermassen vor einem Formel 1-Boliden, der uns an spannende Rennen vor dem TV erinnert. Pininfarina zeigt die schnittigsten Modelle und Porsche stellt nicht nur sein neustes Modell, sondern einer der ersten Wagen, den Porsche 911 vom Jahre 1965 aus.
 

Es glitzert und glänzt an allen Ecken bei Lamborghini, Bugatti, Audi, bei Bentley und Aston Martin. Autos von denen die meisten nur träumen können. In einer anderen Abteilung darf man in die ausgestellten Wagen hinters Lenkrad sitzen und feststellen, dass bei fast allen die Digitalisierung Einzug gehalten hat.
 

Längst können wir im Auto das Smartphone koppeln, Apps weisen uns den Weg zum freien Parkplatz, wo der Wagen selber einparkiert. Die IT-Welt Google, Microsoft und Apple werden in den nächsten Jahren unsere Mobilität umgestalten.

 

An solchen Tankstellen können Elektroautos getankt werden.

 

In der Halle 6 stellen BMW, Citroèn, Peugeot, Mercedes und andere bekannte Firmen ihre besten Stücke aus. Mittendrin zeigt die energie 360 AG, wie und wo man künftig das Elektroauto aufladen kann.  Es gibt kleine Ladestationen für Einfamilienhäuser und grössere Einheiten für Tankstellen, Gemeinden und andere Standorte. Geplant sind über 35'000 Lademöglichkeiten in ganz Europa.

 

Der fliegende Holländer. Er kann, aber darf noch nicht fliegen.

 

Einen Blick in die Zukunft zeigt in der Halle 1 die Pal-V mit dem fliegenden Auto.  Dank dem 100-Liter Tank beträgt die Reichweite auf der Strasse bis zu 1400 Kilometer und in der Luft 550 Kilometer. Die Gepäckzuladung des rund 600'000 Franken teuren Gyrokopters ist auf 20 Kilo beschränkt. Leider darf man mit diesem Auto noch nicht fahren und fliegen.
 

Wie so ein Auto funktioniert zeigt Spiegel-TV. Hier der Link: 

https://www.youtube.com/watch?v=HamHrWQMxKI
 

Der Autosalon ist bis 17. März 2019 geöffnet.
 

Fotos: Josef Ritler

Zum Auto des Jahres wählte die Journalisten-Jury den Jaguar I-Pac. 

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