13.09.2018 - Redaktion Seniorweb

Tage des Denkmals werden grenzenlos

Die Europäischen Tage des Denkmals stehen dieses Jahr unter dem Motto «Ohne Grenzen». Die Zürcher Denkmalpflege präsentiert an diesem Wochenende ein umfangreiches Programm. Alle Führungen sind kostenlos.

Die Denkmaltage in der Schweiz feiern dieses Jahr ihren 25. Geburtstag und sprengen aus diesem Anlass ihre Grenzen. Sie finden schweizweit nicht nur an einem, sondern an vier Wochenenden im September statt. Unter dem Motto «Ohne Grenzen» präsentiert jeweils eine von vier Regionen ihr kulturelles Erbe und lädt Nachbarn aus dem In- und Ausland zu einem Besuch ein.  

An über 350 Orten in der ganzen Schweiz zeigen vom Kulturerbe begeisterte Fachleute und Freiwillige dem Publikum, was Bauten, Fundstätten, Landschaften und Traditionen auszeichnet und was diese für sie bedeuten. Vom Genfer Flughafen über Luzerner Betonkirchen bis zu Konzerten im Kraftwerk und Jodelkursen: Angesichts der Vielfalt der Veranstaltungen wird schnell klar – das Kulturerbe gibt es nicht. Jeder Mensch versteht etwas anderes darunter. Was Kulturerbe ist, was es der Gesellschaft bringt und was es uns wert ist, muss verhandelt werden. Die Europäischen Tage des Denkmals 2018 bieten Raum für diese Diskussion und ermöglichen inspirierende Erlebnisse und Begegnungen.

Zwischen Schwefel und Soda

Ein Schwerpunkt des Programms im Kanton Zürich liegt am Sonntag, 16. September 2018, in Uetikon am See. Die ehemalige Chemische Fabrik Uetikon schaut auf eine über 200-jährige Geschichte zurück. In Begleitung der kantonalen Denkmalpflege ist ein Blick ins Innere der alten Fabrikhallen möglich, die zu den letzten und eindrücklichsten Zeugen der repräsentativen Backstein-Industriearchitektur des 19. Jahrhunderts der Zürcher Landschaft gelten. An verschiedenen Posten erfährt man mehr zur Arealentwicklung, über die Gründerfamilie und wie es damals war, für die «Chemische» zu arbeiten. Für Kinder gibt es eine eigens für sie konzipierte Forschungstour.

Chemische Fabrik Uetikon: Dünger wird in Säcke abgepackt.

Der Denkmaltag geht aber auch über die Grenzen des Fabrikgeländes hinaus. Auf einem Spaziergang entdeckt man die Spuren, welche die Direktoren der Fabrik im Dorf hinterlassen haben. Bei einer Führung der kantonalen Denkmalpflege im und um das Haus Wäckerling erfährt man von zwei Geschwister, die Ende 19. Jahrhundert die Ausweitung der Fabrik verhindern wollten. Das Fabrikareal und die Führungen im Dorf werden mit einem historischen Post-Autobus Berna Jahrgang 1946 verbunden.

Die Geschichte von Uetikon am See geht weit vor die Chemische Fabrik zurück: die Kantonsarchäologie zeigt Funde aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit (4000–2500, bzw. 2000–800 v. Chr.) und erläutert, was im Zürichsee verborgen ist. Zudem ermöglicht eine Fahrt auf den Booten der Stiftung Historische Zürichsee Boote eine neue Sicht auf die markanten Bauten, Interessierte können sich über Podcasts näher über die vom See aus sichtbaren Denkmalschutzobjekte und die Pfahlbauerspuren von Uetikon am See informieren.

Samstag, 15. September, in Dübendorf

Geborgene Schätze oder Recycling-Anlage? Besichtigung des Bauteillagers der kantonalen Denkmalpflege (11 und 13 Uhr)

Sonntag, 16. September, in Uetikon am See

Fabrikareal: Chemische Fabrik - Zwischen Schwefel und Soda. Verschiedene Posten und Führungen durch die historischen Fabrikgebäude (ganzes Are-al 10 bis 16.30 Uhr, «Landi-Halle» um 10.30, 11.30 und 13.30 Uhr). Forschungsreise durch die Fabrikanlage! – Kinderprogramm (ganzes Areal 10 bis 16.30 Uhr)

ZSG-Steg, in Unterwasserarchäologie bei der «Chemischen» (10 bis 17 Uhr) der kleinen Haab: Pläsirfahrten auf historischen Zürichsee-Booten (Abfahrt ab 10.30 bis 16.30 Uhr, alle 15 Minuten)

Im Dorf: «Die Wäck» – Stifter, Gönnerfamilie Schnorf, Anlage und Bau (11.30, 13.30 und 15.15 Uhr, Tramstrasse 55, Haus Wäckerling) «Familie Schnorf im Dorf» (9.30, 13.30 und 15.15 Uhr, vor Bergstrasse 105)

Weitere Informationen unter www.denkmalpflege.zh.ch/etd (Programm Kanton Zürich) und www.hereinspaziert.ch (Programm ganze Schweiz).

Abonnieren Sie unseren Newsletter seniornews: 
Nach Oben